Von Joseph Kishore – 29. April 2026
Der britische König Charles III. und US-Präsident Donald Trump während eines Staatsbanketts mit First Lady Melania Trump und Königin Camilla im East Room des Weißen Hauses, 28. April 2026 [AP Photo/Alex Brandon]
Am Dienstag, im Vorfeld des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeit, sprach der britische Monarch König Charles III. auf einer gemeinsamen Sitzung des US-Kongresses. Charles ist der Ur-ur-ur-ur-ur-Enkel von König Georg III., gegen den die Amerikanische Revolution geführt wurde. Jetzt wird der König von der amerikanischen herrschenden Klasse und ihren beiden großen Parteien mit allen protokollarischen Ehren empfangen.
Das Weiße Haus veröffentlichte am Dienstagnachmittag ein Foto von Trump und Charles mit dem Kommentar: „ZWEI KÖNIGE“ – und brachte damit Trumps Haltung und Ambitionen auf den Punkt.
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Das Schauspiel begann am Dienstagmorgen im Weißen Haus, wo Charles mit 21 Schüssen salutiert wurde und gemeinsam mit Trump an der Truppenparade teilnahm – der höchsten diplomatischen Ehrung für ein ausländisches Staatsoberhaupt. Nach einem privaten Treffen im Oval Office begab sich Charles auf den Capitol Hill zum Kongress. Es war erst das zweite Mal in der Geschichte, dass ein britischer Monarch vor einer gemeinsamen Sitzung des US-Kongresses sprach.
Am Abend wurden König Charles und Königin Camilla bei einem „White-Tie“-Staatsbankett im State Dining Room des Weißen Hauses geehrt. Auf der Gästeliste, die Trump persönlich zusammengestellt hat, tummelten sich die Oligarchen, die mit ihrem Reichtum und Machteinfluss die Schattenmonarchie Amerikas verkörpern. Darunter waren Paramount-Chef David Ellison, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Apple-Chef Tim Cook und Nvidia-CEO Jensen Huang. Sie speisten Seezunge und Frühlingsravioli gemeinsam mit Mitgliedern des Trump-Kabinetts sowie einer Reihe rechter Medienfiguren und Finanzinvestoren.
Aus Sicht des britischen Imperialismus zielte der Besuch darauf ab, die etwas angespannte „besondere Beziehung“ zwischen den USA und Großbritannien zu stabilisieren. Charles verpackte seine Rede vor dem Kongress in die übliche königliche Rhetorik leerer Predigten über „Frieden“ und „Freundschaft“, verankert im „christlichen Glauben“ – die Hülle für das eigentliche Thema des 77-jährigen Monarchen: Krieg.