»Wir stehen kurz davor, den zweiten Kalten Krieg zu gewinnen«

Von Helmut Scheben – 26. Mai 2026

Herbert Raymond McMaster, mit vielen Orden ausgezeichneter Generalleutnant, argumentiert nach wie vor auf der Situation des Kalten Krieges vor Jahrzehnten … (Photo US-Military)

So lautet die geopolitische Einschätzung eines ehemaligen Sicherheitsberaters von Donald Trump in einem Interview mit der Weltwoche. Der pensionierte US-Generalleutnant Herbert Raymond McMaster gehört zu einer Kaste von neokonservativen Strategen, die man für ausgestorben hielt. Sie glauben, die USA seien die »auserwählte Nation« und ihre Aufgabe sei die militärische Führung der Welt. 

In einem Interview in Die Weltwoche wird McMaster die Frage gestellt, was er davon halte, das weltweite militärische Engagement der USA zurückzufahren, wie viele Unterstützer von Präsident Trump dies fordern. McMaster hält das für einen schweren Fehler, sind die USA doch seiner Meinung nach dabei, ihre verschiedenen Kriege zu gewinnen:

»Ich will nicht arrogant klingen, aber ich glaube nicht, dass es einen Ersatz für die Führungsrolle der USA gibt, denn wer soll Europa ohne die USA führen? Die USA können der Kitt sein, der die Familie zusammenhält. Sie bieten den nuklearen Schutzschild, die strategische Logistik, die Transportkapazitäten, die Raketenabwehr und so weiter. Wenn die USA den Stecker ziehen, würde das uns alle schwächen (…) Wir stehen kurz davor, den zweiten Kalten Krieg zu gewinnen.«

Der mit vielen Orden dekorierte General, der im Irak im Einsatz war, gehört zu den Strategie-Experten, die überzeugt sind, die USA seien berufen und verpflichtet, auf der Welt für Recht und Ordnung zu sorgen. In der Weltsicht von McMaster hat dies mit militärischer Gewalt zu geschehen.

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