Willkommen im islamo-kommunistischen Rätekalifat Berlin

Kommentar von Jens Berger – 25. September 2026

Eigentlich ist die Sache ja ganz einfach. Ein großer Teil der Berliner hat aus guten Gründen der Linkspartei seine Stimme gegeben. Die extremen Lebenshaltungskosten und Mieten waren Thema Nummer Eins und die Linke hat etwas getan, was in Deutschland offenbar tabu ist – sie hat an der Verteilungsfrage gerüttelt. Das darf nicht sein, aber gerade SPD und Grüne, die ja nach wie vor in Wahlkampfzeiten ein linkes Mäntelchen in den Wind hängen, können das freilich nicht offen sagen. Man ist zwar nicht demokratisch, aber auch nicht dumm. Also kramt man ein zweites Tabu aus dem Ärmel: Den Antisemitismus, mit dem die Linke angeblich ein Problem habe. Wunderbar! So gerät die Verteilungsfrage in den Hintergrund und man kann weitermachen, als wäre nichts geschehen. Die ganze Sache mit der Demokratie wird ohnehin eindeutig überbewertet. Und so schafft sich die „Mitte“ Stück für Stück selbst ab.

Auch wenn man das in den Redaktionsstuben nicht glauben mag – Deutschland ist ein vielfältiges Land. Und vielfältige Länder haben es nun mal so an sich, dass die Menschen unterschiedliche Interessen und unterschiedliche Weltbilder haben. Die Erzählung von den großen Volksparteien, die in sich das gesamte Spektrum des Volkes abbilden, ist eine Erzählung aus dem letzten Jahrhundert, die heute nicht mehr verfängt. Das ist keine Erosion der Demokratie, sondern vollkommen normal. Der Soziologie-Student Murat aus Neukölln und der Industrieschlosser Maik aus Wernigerode fühlen sich nun mal nicht mehr angesprochen von den selbsternannten Parteien der Mitte, die konsequent an den Wünschen und Bedürfnissen der beiden vorbeiregieren.

Murat könnte zum Beispiel die extremen Mieten als sein größtes Problem ansehen und die deutsche Unterstützung des israelischen Völkermords in Gaza kritisch sehen. Maik wiederum könnte die hohen Energiepreise als sein größtes Problem ansehen und die deutsche Russlandpolitik kritisch sehen. Dass beide sich nicht von den politischen Positionen der „Mitte-Parteien“ angesprochen fühlen, wird niemanden überraschen. Und da es abseits der Mitte ja Parteien gibt, die mehr oder weniger glaubwürdig die Interessen der beiden abbilden, sollte es auch niemanden überraschen, dass sie ihr Kreuz bei diesen Parteien machen. So geht Demokratie und genauso haben es sich die Väter und Mütter des Grundgesetzes auch vorgestellt.

Doch von diesen Idealen halten sowohl die Parteien der Mitte als auch die Edelfedern der großen Medien offenbar nichts. Wer der „politischen Mitte“ seine Zustimmung verweigert, gehört den „Rändern“ an und wird zum „Feind der Demokratie“ erklärt; gerade so, als habe man selbst die Deutungshoheit, was demokratisch ist und was nicht. Und da materielle Probleme, wie die Mieten oder die Energiekosten, ja durch harte Fakten belegbar sind, begibt man sich lieber auf das normative Feld der Moral. Und so wird Murat zum Antisemiten und Maik zum Nazi. Das ist natürlich Blödsinn, taugt aber immerhin zur Selbstaffirmation der Mitte: Wir sind die Guten! Und natürlich ist man „gut“, wenn man gegen Antisemiten und Nazis kämpft. Auch wenn es sich dabei um einen Popanz handelt, den man selbst aufgebaut hat.

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