Von mk.ru (Übersetzung: Thomas Röper) – 4. Oktober 2026
Der Staatsbesuch von Xi Jingping in den USA hat wenig Schlagzeilen gemacht, dabei dürfte es hinter den Kulissen um wichtige Themen gegangen sein. Und möglicherweise wurden sogar weitreichende Entscheidungen getroffen, von denen die Öffentlichkeit erst später erfährt.

Der Staatsbesuch von Xi Jingping in den USA hat wenig Schlagzeilen gemacht, dabei dürfte es hinter den Kulissen um wichtige Themen gegangen sein. Und möglicherweise wurden sogar weitreichende Entscheidungen getroffen, von denen die Öffentlichkeit erst später erfährt.
Der Staatsbesuch von Xi Jingping in den USA war, von einem gewissen medialen Spott über Trumps auffällige Unterwürfigkeit gegenüber dem Gast aus China abgesehen, sehr unspektakulär, obwohl Trump und Xi eine lange Liste wichtiger Themen zu besprechen hatten. Da wären die Wirtschaftsbeziehungen und der Handelskrieg zwischen den Ländern, die Frage der sinkenden Anteile von US-Staatspapieren an den chinesischen Währungsreserven, das chinesisch-iranische und das chinesisch-russische Verhältnis und so weiter.
Das wichtigste Thema dürfte jedoch die Taiwan-Frage sein, denn Xi scheint die Vereinigung Chinas mit Taiwan als die Krönung seines Lebenswerkes anzusehen und da die USA im Verhältnis zu China so schwach sind, wie wohl nie zuvor, hat Xi derzeit gute Karten, um mit Trump einen Deal über Taiwan zu machen.
Darum ging es in einem russischen über Xi-Jingpings USA-Reise, den ich übersetzt habe, weil man solche Einschätzungen in deutschen Medien nicht findet.
„Schmiede Taiwan, solange Trump ist“: Wie Xi Jinping die Verwundbarkeit des US-Präsidenten für die Angliederung Taiwans nutzt
Zu welchen Zugeständnissen Trump bereit ist, damit China US-Staatsanleihen kauft.
Donald Trump wurde in der vergangenen Woche von einer für ihn einzigartigen außenpolitische Erleuchtung ereilt: Er begriff endlich, dass man China auf absolut gleicher Augenhöhe begegnen muss, anstatt auf das Land herabzublicken.
Angesichts der erfolgreichen wirtschaftlichen und militärischen Entwicklung Chinas in den letzten Jahrzehnten scheint es ja für jeden offensichtlich zu sein, dass die Volksrepublik längst den Status einer Supermacht erreicht hat, ganz auf Augenhöhe mit den USA. Doch Trump war im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit aus irgendeinem Grund davon überzeugt, China dominieren zu können, so als handele es sich um eine zweitrangige Staatsmacht.
Gerade diese arrogante Haltung des US-Präsidenten gegenüber China, die auf seiner tiefen Unkenntnis über das Land beruhte, erklärt, warum er im April 2025 einen Zoll von 145 Prozent auf Warenimporte aus China verhängt hat, weil er meinte, dass das Reich der Mitte unter dem US-amerikanischen Diktat zwangsläufig einknicken und all seine Forderungen gehorsam erfüllen würde.
Bekanntlich musste Trump einen Rückzieher machen und diesen Zoll drastisch senken, nachdem China, für den US-Präsidenten offenbar unerwartet, demonstriert hatte, dass es der US-amerikanischen Wirtschaft spiegelbildliche Vergeltungsschläge versetzen kann.