Von Hassan Al Khalaf – 29. April 2026
Der Besuch des iranischen oppositionellen Reza Pahlavi nach Berlin ist Anlass zum Gedenken: Als sein Vater das letzte Mal die Metropole an der Spree (damals Westberlin) besuchte, kam es auf einer Studentendemo gegen diesen Besuch zur Polizeigewalt. Iraner, die vom damaligen iranischen Geheimdienst SAVAK eingeflogen wurden, beteiligten sich an der Gewalt gegen Demonstranten. Ein junger Student wurde infolge der gewalttätigen Ausschreitungen erschossen. Der anstrebende Monarch thematisierte diesen Vorfall nie öffentlich und positionierte sich ebenfalls nicht gegen die Gewalt, die vom Staatsbesuch seines Vaters ausgelöst wurde.
Bei seiner Ankunft in Westberlin wunderte sich der Prinz, wieso er von keinem Repräsentanten der Bundesregierung offiziell empfangen wurde. So sehr er auch versucht, sich als Repräsentant des Irans aufzuspielen, bleibt er in absehbarer Zeit nicht das Staatsoberhaupt des Irans. Seit Beginn des Iran-Krieges ruft er immer wieder zum verheißenen Regimewechsel auf, der bislang noch auf sich warten lässt. Selbst die Tatsache, dass Donald Trump jüngst äußerte, nicht überzeugt zu sein, dass Pahlavi fähig ist, den Iran zu regieren, hält den Kronprinzen nicht davon ab, sich darüber zu echauffieren, wieso er nicht wie andere Staatsoberhäupter einen offiziellen Empfang erhält.
Statt mit rotem Teppich wurde er mit einer Tomate, laut anderen Quellen auch Tomatensauce, begrüßt. Auf dem Weg zur Bundespressekonferenz wurde er von einem übereifrigen Aktivisten mit einer roten Flüssigkeit beworfen. Das genaue Motiv des Werfers bleibt unbekannt, denn die Pahlavi-Dynastie hat sich auch in den Reihen der Oppositionellen Gegner geschaffen. Im kollektiven Bewusstsein Berlins erinnert der Name Pahlavi nicht an Hoffnung und eine neue Zukunft, sondern an Polizeigewalt und Staatsversagen. Diese eine Tomate könnte auf die Frustration aus der Zeit zurückzuführen sein, als sein Vater, der letzte König des Iran, Berlin besuchte. Es war ein Staatsbesuch, der einem jungen Mann das Leben kostete.