Von Thomas Röper – 6. Mai 2026

Am 3. Mai sind die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus OPEC und OPEC+ ausgetreten. Was bedeutet dieser Schritt und welche Folgen kann er haben?
Am 3. Mai sind die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus der OPEC und der OPEC+ ausgetreten. Der Energieminister der VAE Suhail al-Mazrouei erklärte, dass Abu Dhabi die Ölproduktion im Rahmen der OPEC-Vereinbarungen nicht länger begrenzen werde, da dies „den Verpflichtungen gegenüber ausländischen Partnern widerspreche, die in die Wirtschaft der VAE investieren“.
Schon hier kann man sich fragen, wer diese “ausländischen Partner” wohl sein können. Und die Antwort ist klar, denn das sind die USA, die den VAE gerade erst mit Dollarswaps unter die Arme gegriffen haben, weil die Emirate offenbar ein Liquiditätsproblem hatten.
Aber die Lage ist weitaus komplizierter, denn es geht auch um Konkurrenz und Streit zwischen den arabischen Ländern, von denen nicht mehr alle dem Kurs der USA folgen wollen.
Schauen wir uns das Thema also mal der Reihe nach an.
OPEC und OPEC+
Die OPEC wurde 1960 gegründet. Ihr gehören 12 Staaten an: Algerien, Angola, Indonesien, Irak, Iran, Libyen, Katar, Kuwait, die VAE, Nigeria, Saudi-Arabien und Ecuador sowie als einziges nicht muslimisches Land Venezuela. Auf diese Staaten entfallen bis zu 80 Prozent der weltweit nachgewiesenen Erdölreserven. Die Mitgliedsstaaten der Organisation kontrollieren bis zu 11 Prozent der weltweiten Raffineriekapazitäten und besitzen etwa 6 Prozent der globalen Tankerflotte. Es ist daher leicht nachzuvollziehen, welche Bedeutung diese Organisation für die Weltwirtschaft hat.
In der OPEC+ haben sich Russland, Aserbaidschan, Bahrain, Brunei, Brasilien, Kasachstan, Malaysia, Mexiko, Oman, Südsudan und Sudan mit der OPEC zusammengeschlossen, um die Ölproduktion und damit die weltweiten Ölpreise zu beeinflussen.