Von Thomas Röper – 19. Mai 2026
Vor einer Woche fanden in Großbritannien Kommunalwahlen statt, die ein ziemlich historisches Ergebnis gebracht haben, das über Großbritannien hinaus wirken könnte. Eine Analyse der Wahl und des Ergebnisses.

Ich bin wahrlich kein Experte für die britische Politik, aber ein Freund hat mir eine sehr interessante Analyse der Wahl und ihrer Folgen eines russischen Thinktanks geschickt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.
Die Kommunalwahl in Großbritannien liegt im europäischen Trend, denn in den Ländern der EU wächst bekanntlich die Unzufriedenheit mit den Parteien, die die Länder Westeuropas im Grunde seit dem Zweiten Weltkrieg in unterschiedlichen Zusammensetzungen regieren. In Frankreich wird Le Pen immer stärker, in Deutschland wachsen die Umfragewerte der AfD, in Österreich hat die FPÖ in Umfragen Oberwasser, in den Niederlanden waren die sogenannten Rechten bereits an der Regierung beteiligt und so weiter.
Die Zufriedenheit der Menschen in den Ländern der EU mit ihren Regierungen liegt mit teilweise unter 20 Prozent so niedrig wie noch nie, weil die in der EU regierenden Eliten seit Jahren eine Politik gegen die Interessen der Bevölkerung machen und weil die Menschen in der EU zusehends verarmen.
Inzwischen macht deswegen schon folgender Witz die Runde: Was ist der Unterschied zwischen der selbsternannten westlichen Demokratie und sogenannten Autokratien wie Russland, Weißrussland oder China? In den Autokratien finden die Menschen die Entscheidungen ihrer Regierungen mehrheitlich gut und sind mit ihren Regierungen zufrieden, während die Menschen in den selbsternannten Demokratien des Westens mit den Entscheidungen ihrer Regierungen unzufrieden sind und deren Rücktritt fordern. Wie man so schön sagt, finde den Fehler.
Das gilt auch für Großbritannien, wie die Kommunalwahlen gezeigt haben. In deutschen Medien wurden die Wahlergebnisse nur „nebenbei“ gemeldet, allerdings sind die Folgen der Wahl, nämlich die wachsenden Rücktrittforderungen an Premierminister Starmer ein recht großes Thema. Darum fand ich die russische Analyse so interessant, weil ich nach deren Lektüre besser verstanden habe, wie die Lage in Großbritannien ist.
Da die russische Analyse der Wahl etwas kompliziert formuliert war, gebe ich sie hier in eigenen Worten wieder.