Warum die Schaffung großer Arsenale an Drohnen den EU-Staaten im Ernstfall nichts nützen

Von Thomas Röper – 10. Juli 2026

Die EU-Staaten haben beschlossen, für den Fall eines Krieges mit Russland große Arsenale an Drohnen anzulegen. Das Geld ist jedoch aus dem Fenster geworfen, weil die Technologie sich so schnell weiterentwickelt, dass neue Drohnen innerhalb von Wochen oder Monaten komplett veraltet sind.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte gab am 7. Juli auf dem Forum der Verteidigungsindustrie am Rande des NATO-Gipfeltreffens bekannt, dass 20 NATO-Staaten an der Initiative Drone Edge teilnehmen werden, die in den nächsten fünf Jahren 40 Milliarden Dollar in die Produktion von Drohnen und Drohnenabwehrsysteme investieren und die Ausbildungskapazität für Drohnenbediener verfünffachen soll.

Dabei gibt es allerdings ein Problem, auf das der Business Insider hingewiesen hat, und das für jeden, der sich mit dem Krieg in der Ukraine auskennt, offensichtlich ist: Die Drohnen-Technologie ändert sich so schnell, dass Drohnen, die man heute anschafft, schon in wenigen Wochen oder Monaten veraltet und weitgehend nutzlos sind.

Die Drohnen-Technologie ändert sich im Krieg in der Ukraine oft innerhalb weniger Wochen. Eine Seite entwickelt eine neue Technik, damit Drohnen zum Beispiel Abwehrmaßnahmen besser umgehen können, und die andere Seite entwickelt sofort eine neue Technik, um diese neuen Drohnen trotzdem abzuwehren. Und das alles passiert oft innerhalb von vier Wochen.

Daher sind viele Pläne der EU-Staaten, die vom Aufbau von „Drohnenmauern“ oder Ähnlichem sprechen und dafür große Arsenale an Drohnen anlegen wollen, rausgeworfenes Geld, denn selbst wenn ein Krieg in drei Monaten beginnen würde, wären heute angeschaffte Drohnen den neuen Entwicklungen gegenüber schon unterlegen.

Das hat man auch in der NATO erkannt. Der Business Insider schreibt beispielsweise:

„Der deutsche Armeechef Carsten Breuer erklärte, dass eine Garantie für zukünftige Einsatzbereitschaft biete, jetzt große Mengen an Drohnen zu bauen. Deutschland glaubt, dass Russland bereits 2029 zu einem Krieg gegen die NATO bereit sein könnte. Er fragte mit Blick auf die Drohnen: „Können wir von Millionen sprechen, wenn diese Millionen im Jahr 2029 bereits veraltet sein könnten?““

In der NATO will man daher das Beschaffungswesen ändern, wie der Business-Insider ebenfalls schreibt:

„Tarja Jaakola, Mitarbeiterin des NATO-Generalsekretärs für Innovation und Rüstung, erklärte, dass es bei Drohnen und Drohnenabwehrlösungen „nicht mehr so ​​funktioniert wie früher: Kaufen, einlagern und abwarten“. In diesem Bereich, sagte sie, „müssen wir die Beschaffungsmethoden jetzt ändern“. (…) Jaakola sagte, die NATO müsse erkennen, „dass die sich entwickelt“ und mit der Industrie „neue Geschäfts- und Vertragsmodelle“ entwickeln, um zunächst kleinere Stückzahlen für Schulung und Tests zu beschaffen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Unternehmen über die „Produktionskapazitäten“ und die nötige „Innovationskraft“ verfügen, um Drohnen herzustellen, wenn sie gebraucht werden. Es könne nicht mehr eine rein transaktionsorientierte Beziehung mit Industrie sein, vielmehr müsse eine „strategischere Partnerschaft aufgebaut werden“, und fügte hinzu, die alten Methoden der Verteidigungsbeschaffung seien nicht mehr nachhaltig.“

[Zum Originalbeitrag auf dem Anti-Spiegel]

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