Warum die Aufstandsbekämpfung für Mali nach wie vor eine Herausforderung darstellt

Von Andrew Korybko – 27. April 2026

Die koordinierten Angriffe am Samstag in ganz Mali durch als Terroristen eingestufte Tuareg-Rebellen im ländlichen Norden und islamistische Terroristen in den städtischen Gebieten, die von Al Jazeera und Le Monde als „beispiellos“ beschrieben wurden, überraschten die Regierung in Bamako.

Und das, obwohl die Wagner-Gruppe und später das russische Afrika-Korps bei der Aufstandsbekämpfung halfen. Ihre Zusammenarbeit begann Ende 2021, etwas mehr als ein halbes Jahr vor dem Abzug der französischen Streitkräfte. Hier wir beschrieben, weshalb die Aufstandsbekämpfung für Mali nach wie vor eine solche Herausforderung darstellt:

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1. Die Tuareg haben einige berechtigte Beschwerden

Eine Erklärung ist keine Entschuldigung, und nichts kann rechtfertigen, sich mit (in diesem Fall islamistischen) Terroristen zu verbünden und zu einem Stellvertreter des Westens zu werden, genau wie die Kurden vor ihnen, aber die Tuareg haben einige berechtigte Beschwerden. Seit Jahrzehnten streben sie nach einem eigenen Staat oder zumindest nach Autonomie. Ihre Sache lässt sich auch durch das Prisma der antikolonialen und nationalen Befreiungsbewegung betrachten. Weitere Tuareg-Aufstände sind daher unvermeidlich, sofern diese berechtigten Beschwerden nicht glaubwürdig und nachhaltig angegangen werden.

2. Malis nachrichtendienstliche Aufklärung und Überwachung sind nach wie vor sehr mangelhaft

Die Tatsache, dass diese koordinierten landesweiten Angriffe überhaupt stattfanden, zeigt, dass Malis nachrichtendienstlicher Aufklärungs- und Überwachungsapparat, sowohl in inhaltlicher und personeller als auch in elektronischer Hinsicht, nach wie vor sehr mangelhaft ist. Was das Defizit hinsichtlich ISR (Intelligence, Surveillance und Reconnaissance) betrifft, ist das unerklärlich, da russische Drohnen dabei helfen könnten.

3. Malis riesige Landesfläche behindert die Aufstandsbekämpfung

Ein weiteres erhebliches Hindernis ist die riesige Landesfläche Malis. Der Großteil besteht aus Ödland, das relativ einfach zu überwachen sein sollte, was jedoch aufgrund Malis unerklärlicher Unfähigkeit, Drohnen zu diesem Zweck einzusetzen, nicht der Fall ist. Zwar setzt das Land einige Drohnen ein und hat sie bereits bei Angriffen genutzt, doch wird ihr Potenzial nicht voll ausgeschöpft. Drohnen sind nicht das A und O, da für Razzien nach wie vor Truppen benötigt werden, doch die weitläufige Geografie erschwert deren regelmäßige Durchführung und verschafft den Gegnern so eine Atempause.

4. Algerien unterstützt die Tuareg-Rebellen

Ohne algerische Hilfe hätten die Tuareg-Rebellen ihre Stärke möglicherweise nie wiedererlangt, nachdem Frankreichs entschlossenes Eingreifen im Jahr 2013 ihre von Islamisten gekaperten Separatistenpläne zunichte gemacht hatte. Schließlich wäre der von der Ukraine unterstützte Drohnen-Hinterhalt gegen Wagner in der Nähe der algerischen Grenze im Sommer 2024 ohne die logistische Unterstützung Algiers nicht möglich gewesen. Solange Algerien die Tuareg weiterhin unterstützt, einschließlich der Erleichterung ukrainischer und westlicher Hilfe für sie, wird diese Bedrohung wahrscheinlich nicht aufhören.

5. Russland kann seine Syrien-Operation in Mali nicht wiederholen

Aus geografischen Gründen und aufgrund der Inanspruchnahme durch den NATO-Stellvertreterkrieg in der Ukraine kann Russland seine frühere syrische Anti-Terror-Operation in Mali nicht wiederholen. Das bedeutet nicht, dass Mali zur Gewährleistung seiner eigenen Sicherheit auf Russland angewiesen sein sollte, sondern lediglich, dass in diesem entscheidenden Moment dringend eine stärkere Unterstützung erforderlich ist, woraufhin die normale Zusammenarbeit mit Russland bei der Aufstandsbekämpfung wieder aufgenommen werden kann. Dies wird aus den erläuterten Gründen nicht geschehen; daher ist Mali dem sehr realen Risiko eines Zusammenbruchs ausgesetzt.

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Jeder der fünf Hauptgründe, warum die Aufstandsbekämpfung für Mali nach wie vor eine solche Herausforderung darstellt, ist lösbar. In der Reihenfolge, in der sie genannt wurden: Es kann ein politischer Dialog mit „moderaten“ Tuareg-Rebellen aufgenommen werden; es werden mehr Drohnen benötigt, um dieses riesige Land zu überwachen; sie sollten auch die algerische Grenze überwachen; und Mali muss mehr von Russland lernen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

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