Von Chris Marsden – 24. Juni 2026
Keir Starmer gab am Montag seinen Rücktritt als britischer Premierminister und Vorsitzender der Labour Party bekannt. Er ebnete damit den Weg für Andy Burnham, den Bürgermeister von Greater Manchester, als seinen Nachfolger.
Starmers Rücktritt wurde von der herrschenden Klasse Großbritanniens gefordert, um seine Labour-Regierung vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Letztlich soll dadurch das rechtsgerichtete Programm aus Sparmaßnahmen und Krieg fortgesetzt und beschleunigt werden.
Starmers gescheiterte Amtszeit als Premierminister sorgt bei den Regierungen Europas und weltweit für Bestürzung. Weder Emmanuel Macron in Frankreich noch Friedrich Merz in Deutschland genießen nennenswerte Unterstützung in der Bevölkerung, haben jedoch den Auftrag, ungeachtet dessen dieselbe Agenda zu verfolgen.
Was Starmers Schicksal besiegelte, war allerdings nicht seine fehlende Beliebtheit. Vielmehr ist die herrschende Klasse zu der Einschätzung gekommen, dass sie bei der Verwirklichung ihrer strategischen Ziele nicht mehr auf ihn bauen kann.
Starmer ist der sechste Premierminister Großbritanniens im letzten Jahrzehnt. Die Unterstützung, die Starmer und die Labour Party bei den Wahlen 2024 von einem Großteil der herrschenden Klasse erhielten, beruhte auf der Erwägung, dass sie eine Lösung für die Probleme bieten würden, die den britischen Kapitalismus seit seinem Austritt aus der Europäischen Union im Jahr 2016 erschüttert haben.
Nach David Camerons Rücktritt im Zuge des „Brexit“-Referendums geriet die regierende Konservative Partei (Tories) in eine scharfe Krise und zerschliss nacheinander zunächst Theresa May, dann Boris Johnson, Lizz Truss (die am kürzesten amtierende Premierministerin in der britischen Geschichte) und schließlich Rishi Sunak. Sinkende wirtschaftliche Aussichten in Verbindung mit angespannten Handels- und diplomatischen Beziehungen trübten die Haltung der Großunternehmen gegenüber ihren traditionellen Vertretern.