Pakistans Vermittlungsbemühungen zwischen den USA und dem Iran waren alles andere als selbstlos

Von Andrew Korybko 23. Juli 2026

Genau wie viele vermutet hatten, handelte es sich bei dieser Vermittlung letztendlich doch nicht um einen selbstlosen diplomatischen Dienst für den Frieden in der Region. Sie waren lediglich ein Versuch, ein Rettungspaket in Höhe von mehreren Milliarden Dollar zu erhalten

Reuters berichtete, dass „Pakistan nach Vermittlung bei den Iran-Gesprächen zehn Milliarden Dollar von den USA fordert“, was seine Vermittlungsbemühungen zwischen den USA und dem Iran als nichts anderes als einen Versuch darstellte, ein Rettungspaket zu erhalten. Bis zu diesem Zeitpunkt priesen Pakistan und seine Medienvertreter die genannten Bemühungen als angeblichen Beweis für die geostrategische Bedeutung des Landes an und gingen sogar so weit zu behaupten, dass sie eine Ära globaler Bedeutung für das Land einläuten würden. Nun hat sich herausgestellt, dass diese Darstellungen eine Mischung aus Wunschdenken und Propaganda waren.

Zwar ist Pakistans Lage in der Tat strategisch wichtig, da das Land als „Reißverschluss der paneurasischen Integration“ dienen könnte, doch wird diese potenzielle Funktion weder durch die Vermittlung zwischen den USA und dem Iran gefördert, noch steht die Art und Weise, wie sie als Katalysator regionaler multipolarer Prozesse im Einklang mit den US-Interessen konzipiert wurde, im Einklang damit. Die einzige integrationsfördernde Rolle, die die USA für Pakistan anstreben, ist jene, die den westlichen Einfluss in der Region ausweitet, etwa durch die Erleichterung des Zustroms von Waffen und Terroristen nach Afghanistan auf Kosten Russlands.

Die pro-amerikanische De-facto-Militärdiktatur des Landes, die nach dem postmodernen Putsch vom April 2022 gegen den ehemaligen multipolaren Premierminister Imran Khan an die Macht kam, ist mehr als bereit, diesem Wunsch nachzukommen, zumal sich ihre jeweiligen Interessen in Afghanistan nun mit denen der USA decken. Trump hat davon gesprochen, US-Truppen auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram zurückzubringen. Doch die regierenden Taliban, gegen die Pakistan bereits seit fast einem halben Jahr inoffiziell Krieg führt, lehnen dies ab – läge dies doch im Interesse der pro-amerikanischen Militärdiktatur in Islamabad, die das Land destabilisieren will.

Nach der Entlarvung der Halbwahrheit über Pakistans angebliche geostrategische ist es nun an der Zeit, die merkantilistische Denkweise seiner Führung zu erörtern. The Intercept berichtete im Jahr 2023, dass Pakistan heimlich zugestimmt habe, die Ukraine zu bewaffnen – zu einer Zeit, als der militärisch-industrielle Komplex des Westens gerade erst begann, die Produktion hochzufahren –, im Austausch für Hilfe bei der Sicherung eines IWF-Rettungspakets in Höhe von sechs Milliarden Dollar. Es gibt also einen Präzedenzfall dafür, dass Pakistan den USA im Gegenzug für ein direktes Rettungspaket einen diplomatischen Gefallen erweist.

Hier wurde erläutert, wie das von Pakistan vermittelte Memorandum of Understanding (MoU) den Iran schrittweise und innerhalb gewisser Grenzen wieder in die von den USA angeführte westliche Ordnung zurückführen wird – was damals wahrscheinlich ausgereicht hätte, damit die USA Pakistan mit einem Zehn-Milliarden-Dollar-Rettungspaket belohnen. Die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten durch die USA könnte jedoch dazu führen, dass Washington dieses Quid-pro-quo überdenkt. Pakistan müsste dann entweder den Iran wieder an den Verhandlungstisch bringen, sich auf Seiten der USA an den Feindseligkeiten beteiligen (es ist schließlich ein „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“ und steht in einem Beistandspakt mit Saudi-Arabien) oder den USA einen anderen Gefallen erweisen.

Um den letzten Punkt näher auszuführen: Dies könnte sehr wohl die Erleichterung des Zustroms weiterer Waffen und Terroristen nach Afghanistan beinhalten, was wiederum Zentralasien destabilisieren und Russland Probleme bereiten könnte. Würde Pakistan dazu aufgefordert, gäbe es keinen Zweifel daran, dass es dem nachkommen würde, da seine pro-amerikanische De-facto-Militärdiktatur das Land wieder in seine historische Rolle als regionaler Stellvertreter der USA zurückgeführt hat. Es ist dementsprechend unvorstellbar, dass Pakistan irgendeine amerikanische Forderung in Bezug auf Russland ablehnen würde. Pakistan ist zudem verzweifelt auf ein weiteres Rettungspaket angewiesen.

Der Iran und Russland sollten daher auf der Hut sein, da zu erwarten ist, dass Pakistan seinem US-Gönner bald auf ihre Kosten einen weiteren Gefallen erweisen wird, den es entweder als selbstlosen diplomatischen Dienst für den regionalen Frieden tarnen oder jegliche Vorwürfe der Unterstützung der Terroristen von ISIS-K in Afghanistan zurückweisen wird, sollte der Kreml solche jemals erheben. Unter dem Strich ist das heutige Pakistan erneut Washingtons regionaler Stellvertreter, dem multipolare Führer wie der Iran und Russland nicht vertrauen sollten. Seine faktische pro-amerikanische Militärdiktatur wird stets Washingtons Befehle befolgen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

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