Die Zivilisationsvernichter

Von German-Foreign-Policy.com – 13. April 2026

Trumps Ankündigung, die Straße von Hormuz zu blockieren, stößt in Berlin auf Zustimmung. Schon zuvor hatte Merz ein gewisses Verständnis für Trumps Drohung geäußert, die iranische Zivilisation zu vernichten.

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Blockade der Straße von Hormuz löst in Berlin beifällige Zustimmung aus. Es sei „überfällig“, dass die USA Iran jede „Nutzung“ der Meerenge und die Einnahmen entzögen, die Teheran zuletzt dank seiner Kontrolle über sie erzielt habe, äußerte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen am gestrigen Sonntag. Zuvor hatte Trump erklärt, die US-Marine werde sämtliche Schiffe an der Durchquerung der Straße von Hormuz hindern. Dies sei die Konsequenz aus dem Scheitern der Verhandlungen über eine Beilegung des Konflikts zwischen Washington und Teheran. Die Verhandlungen waren am Wochenende von den Vereinigten Staaten abgebrochen worden, weil Iran nicht bereit war, den US-Forderungen in vollem Umfang nachzukommen. Überschattet wurde das Treffen von Trumps Drohung, Irans zivile Infrastruktur gänzlich zu vernichten, das Land „in die Steinzeit“ zurückzubomben oder sogar seine „Zivilisation“ auszulöschen. Letzteres hatte weltweit Entsetzen ausgelöst, war aber in der Bundesregierung auf Verständnis gestoßen. Trump hat seine Drohung am Sonntag wiederholt, „das Wenige, das von Iran noch übrig ist, endgültig zu vernichten“.

„Die Bedingungen diktieren“

US-Vizepräsident JD Vance hatte die Verhandlungen über eine Beilegung des Konflikts mit Iran nach einem einzigen 21-stündigen Verhandlungsmarathon für gescheitert erklärt. Iran sei nicht bereit gewesen, „unsere Bedingungen zu erfüllen“, teilte Vance unmittelbar vor seiner Abreise aus Islamabad mit.[1] Berichten zufolge beharrten die USA auf Maximalforderungen etwa bezüglich des iranischen Atomprogramms; demnach sei die US-Delegation prinzipiell nicht dazu bereit gewesen, einen Alternativvorschlag Irans zur vollständigen Übergabe seines angereicherten Urans zu diskutieren. Außerdem habe sie die sofortige Komplettöffnung der Straße von Hormuz verlangt, habe es jedoch abgelehnt, Irans eingefrorene Auslandsguthaben im Wert von gut 27 Milliarden US-Dollar freizugeben, die in Deutschland, Luxemburg, der Türkei, Bahrain, Qatar, im Irak und in Japan liegen.[2] Gegenüber der New York Times äußerte der Teheraner Experte Mehdi Rahmati, es sei „unrealistisch“, ernsthaft zu verhandeln, aber jegliche Zugeständnisse prinzipiell auszuschließen. Irans früherer Außenminister Javad Zarif wiederum hielt fest, die USA könnten „Iran nicht die Bedingungen diktieren“. Exakt darauf zielt die Trump-Administration allerdings unverändert ab.

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