Interview: Patrik Baab – 25. Juni 2026
Die Nahost-Expertin und Journalistin Karin Leukefeld analysiert in diesem tiefgründigen Gespräch mit Patrik Baab die radikalen Verschiebungen in einer der explosivsten Regionen der Welt. Während westliche Schlagzeilen oft ein einseitiges Bild zeichnen, berichtet Leukefeld von einer neuen Realität: Einem Iran, der militärisch und diplomatisch gestärkt aus dem jüngsten Konflikt hervorgeht, und einem US-Hegemon, dessen Einfluss in der arabischen Welt unaufhaltsam schwindet. Im Gespräch mit Karin Leukefeld geht es um: – Das „Memorandum of Understanding“: Ist das Abkommen zwischen Washington und Teheran ein echter Wendepunkt oder nur ein taktisches Manöver von Donald Trump? – Sieg des Völkerrechts?: Wie der Iran trotz massiver Angriffe durch zwei Atommächte seine Souveränität behauptete und dabei – so Leukefeld – das internationale Recht verteidigte. – Der Niedergang des Westens: Warum die arabischen Golfstaaten das Vertrauen in den US-Schutzschirm verloren haben und sich verstärkt Richtung BRICS, China und Russland orientieren. – Israel in der Sackgasse: Die gefährliche Überkalkulation von Premierminister Netanjahu und das Scheitern des Projekts „Greater Israel“. – Energiefalle Europa: Wie die EU durch ihre bedingungslose Gefolgschaft gegenüber den USA ihre eigene wirtschaftliche Basis und diplomatische Bedeutung im Nahen Osten verspielt. – Syrien am Abgrund: Die schleichende Zerstückelung des Landes durch die Türkei, Israel und die USA sowie die zweifelhafte Rolle neuer „Staatschefs“ mit terroristischer Vergangenheit. „Der Iran hat durch seinen Sieg im Konflikt mit den Angreifern Israel und den Vereinigten Staaten das Völkerrecht verteidigt.“ Karin Leukefeld lebt teilweise im Libanon und ist nah an den Akteuren vor Ort. Sie zeigt auf, wie der Nahe Osten sich neu ordnet. Weg von der US-Dominanz hin zu einer multipolaren Regionalordnung, in der Teheran zur bestimmenden Kraft geworden ist. Ein Gespräch über die bittere Wahrheit hinter den Kriegshysterien, die Erosion westlicher Macht und die Rückkehr der Diplomatie in einer Region, die lange nur als Schlachtfeld galt.