Die Berliner Sudan-Konferenz

Von German-Foreign-Policy.com – 15. April 2026

Berliner Sudan-Konferenz: Experten erwarten keine relevanten Ergebnisse. Die RSF-Miliz, die genozidale Massaker an der schwarzafrikanischen Bevölkerung verübt, erhält Waffen von einem Kooperationspartner des Westens – auch Deutschlands.

Keine relevanten Ergebnisse erwarten Experten von der stolz beworbenen internationalen Sudan-Konferenz am heutigen Mittwoch in Berlin. Nicht einmal „eine humanitäre Waffenruhe“ im Krieg im Sudan sei „in Sicht“, hieß es in der vergangenen Woche bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Der Krieg, der vor genau drei Jahren begann, hat im Sudan die aktuell wohl größte humanitäre Katastrophe der Welt ausgelöst: Womöglich mehr als 400.000 Menschen sind zu Tode gekommen; 13 Millionen sind auf der Flucht; bereits in wenigen Jahren dürften 60 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut leben. Ein UN-Bericht attestiert der Kriegführung der Aufstandsmiliz RSF, genozidalen Charakter zu tragen; die arabisch geprägte Miliz hat gezielt schwarzafrikanische Bevölkerungsteile massakriert und womöglich auch versklavt. Die RSF werden von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. Kürzlich hat sich die Trump-Administration mit der Einstufung von Sudans Muslimbruderschaft als terroristisch auf die Seite der Emirate und damit der RSF geschlagen. Die einzige Chance, den Krieg zu beenden – die Durchsetzung eines Waffenembargos gegen die RSF –, scheitert an der Nähe des Westens zu den Emiraten.

Die aktuell größte humanitäre Katastrophe

Drei Jahre nach Kriegsbeginn am 15. April 2023 spitzt sich die Lage der Bevölkerung im Sudan immer weiter zu. Die Zahl der Todesopfer ist unbekannt. Bereits im Jahr 2024 beliefen sich Schätzungen von Experten auf bis zu 150.000; der frühere US-Sondergesandte für Sudan Tom Perriello ging im August 2025 von mehr als 400.000 Todesopfern aus.[1] Die Zahl der Flüchtlinge wird von Hilfsorganisationen mit rund 13 Millionen Menschen beziffert, bei einer Vorkriegsbevölkerung von rund 50 Millionen. Die klare Mehrheit sind Binnenflüchtlinge. Das UN-Entwicklungsprogramm UNDP schätzt die Zunahme der Einwohner, die in Armut leben – von maximal vier US-Dollar pro Tag –, von 38 Prozent vor Kriegsbeginn auf heute rund 70 Prozent.[2] Das Durchschnittseinkommen pro Kopf ist auf das Niveau von 1992 gefallen; die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, wuchs bereits im ersten Kriegsjahr um knapp sieben Millionen und übersteigt mittlerweile das Niveau der 1980er Jahre. Dauert der Krieg weiter an, werden nach Prognose des UNDP im Jahr 2030 60 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut leben.[3] Auch die Gesundheitsversorgung wird immer schlechter; nach zahllosen Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen gelten jetzt 37 Prozent der Krankenhäuser als nicht funktionsfähig.[4] 19 Millionen Kinder hatten Unterbrechungen im Schulunterricht.

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