Die Amerikanische Revolution und ihr Platz in der Geschichte: Vom Krieg gegen die Monarchie bis zu „No Kings“

Von David North – 26. Juni 2026

Dies sind die einleitenden Worte von David North, dem Vorsitzenden der internationalen Redaktion der WSWS, zum Webinar „Die amerikanische Revolution und ihr Platz in der Geschichte: Vom Krieg gegen die Monarchie bis zu ‚No Kings‘“, das anlässlich des 250. Jahrestags der Amerikanischen Revolution und der Unabhängigkeitserklärung stattfand.

Dieser Jahrestag findet vor dem Hintergrund eines eskalierenden Angriffs auf die demokratischen Rechte und die Grundlagen der amerikanischen Demokratie statt. Der Präsident hat offen von diktatorischer Herrschaft gesprochen. Nach seiner Niederlage bei den Wahlen 2020 hat er versucht, das Wahlergebnis zu kippen und den friedlichen Machtwechsel zu verhindern. Seine Rückkehr ins Amt im Jahr 2024 trotz dieser kriminellen Handlung ist nicht nur ein Zeichen für den Zusammenbruch demokratischer Institutionen, sondern auch für eine tiefgreifende Aushöhlung des demokratischen Bewusstseins.

Unter diesen Umständen gewinnt die Amerikanische Revolution eine immense aktuelle Bedeutung. Es sind Zeiten, wie Tom Paine sagte, die die Seelen der Menschen auf die Probe stellen.

Wir gedenken nicht nur eines nationalen Jahrestags. Die Amerikanische Revolution war nie bloß ein amerikanisches Ereignis. Von Anfang an wurde ihr weltgeschichtliche Bedeutung beigemessen. Als Paine schrieb, „die Sache Amerikas“ sei „die Sache der gesamten Menschheit“, brachte er damit zum Ausdruck, dass der Kampf in den Kolonien universelle Fragen aufwarf: Monarchie oder Republikanismus, ererbte Privilegien oder Volkssouveränität, koloniale Unterordnung oder Selbstverwaltung.

Der Bürgerkrieg, der aus der ersten Revolution hervorging, hatte ebenfalls weltgeschichtliche Bedeutung: Er beendete die Sklaverei und warf erneut die Frage auf, ob die 1776 proklamierten demokratischen Prinzipien in die Tat umgesetzt werden könnten. Als die tiefgreifendste bürgerlich-demokratische Revolution der Geschichte schuf sie die Voraussetzungen für die explosive Entwicklung des Kapitalismus und den Aufstieg der Vereinigten Staaten zur dominierenden Weltmacht. Sie brachte zudem eine massive Arbeiterklasse und eine Geschichte gewaltsamer Klassenkonflikte hervor, mit der die Entwicklung der großen Bürgerrechtsbewegung des letzten Jahrhunderts untrennbar verbunden war.

Heute geht der politische Angriff auf die Demokratie jedoch mit einer Ablehnung des revolutionären und demokratischen Erbes selbst einher. In der Wissenschaft und in weiten Teilen dessen, was sich selbst als „Linke“ bezeichnet, wird die Amerikanische Revolution nicht als weltgeschichtlicher Fortschritt dargestellt, sondern als reaktionäres Ereignis. Alle Dokumente und politischen Strukturen, die die Revolution vorbereiteten und aus ihr hervorgingen, werden abgetan.

Die Unabhängigkeitserklärung wird nicht als Bekenntnis zu universellen Prinzipien behandelt, deren Tragweite über die Absichten ihrer Verfasser hinausging, sondern als Heuchelei und Täuschung.

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