Von Alexandra Nollok – 4. Juli 2026

Der antizionistische Verein Jüdische Stimme bleibt im Visier des deutschen Inlandsgeheimdienstes. In seinem Bericht für 2025 erscheint er dieses Mal sogar groß mit Logo als „gesichert extremistisch“. Der Grund: Er protestiert gegen deutsche Beihilfe für Israels fortgesetzten Völkermord in Palästina.
„…einer geordneten Vollständigkeit im Detail, die keine Parallele in unserer Geschichte hat“
Der öffentliche Pranger ist eine deutsche Spezialität. Der Inlandsgeheimdienst nutzt ihn rege, um Medien, Organisationen und Bürger als „Staatsfeinde“ zu markieren. Wer in seinem jährlichen Bericht auftaucht, soll von der Gesellschaft gemieden werden und wissen, dass er bespitzelt wird. Dafür bedarf es keiner Gewalttaten, Hetzreden oder Anschlagspläne. Es reicht, der Staatsräson pro Israel zu widersprechen.
Das betrifft auch antizionistische und politisch linksorientierte Juden, die gegen Deutschlands Unterstützung israelischer Gräueltaten in Palästina mit Waffen und Appeasement protestieren. So listet der Verfassungsschutz erneut den Verein „Jüdische Stimme“ unter dem Label „säkularer palästinensischer Extremismus“ auf – und deklariert alle seine Mitglieder zu „Antisemiten“. Vergeblich hatte der Verband zuvor versucht, sich juristisch gegen seine politische Verfolgung in Deutschland zu wehren.
Bullshit-Bingo um „Israelkritik“
Angeblich sei „Kritik an konkreten Handlungen der israelischen Regierung“ in Deutschland legitim, hieß es beispielsweise vor zwei Jahren im öffentlich-rechtlichenSüdwestrundfunk (SWR). Ganze Essays sind dazu in der deutschen Presselandschaft zu finden. Diese kommen gerne als detailverliebte „Wissenschaft“ daher, verdeutlichen letztendlich der Bevölkerung jedoch: Haltet besser eure Klappe.
Liest man im kürzlich vom Bundesinnenministerium veröffentlichten Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025, wird ganz schnell klar: Das ist nur Bullshit-Bingo. Auf Seite 282 etwa bescheinigt der Bericht allen „Veranstaltungen zum Nahostkonflikt“ mit „säkularen“ (nicht religiösen) Akteuren „propalästinensischen Extremismus“. Dazu spinnt der Geheimdienst verschwörerische Aktivitäten aller Gruppen innerhalb von „spektrenübergreifenden Netzwerken“, die gemeinsam einen „Resonanzraum für israelfeindliche Propaganda und Agitation“ schüfen.