Von Marcus Klöckner – 26. August 2026
Der Direktor der CIA hat am Dienstag laut Medienberichten Moskau besucht. Eine Art Geheimbesuch, über den bis jetzt nichts Inhaltliches bekannt ist. Interessant ist: Die Art und Weise, wie deutsche Medien berichten, zeigt, wie die Machtverhältnisse sind. Sie berichten: zurückhaltend, interessiert, spekulierend. Was wäre los, wenn bekannt geworden wäre, dass der Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND in geheimer Mission nach Russland geflogen wäre? Wie würden deutsche Medien berichten, wenn gar ein hochrangiger Regierungsvertreter oder gar der Bundeskanzler selbst das Gespräch mit Putin suchen würde? Im Blätterwald wäre der Teufel los.
Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe, oder, anders gesagt: Was dem Jupiter erlaubt ist, ist noch lange nicht dem Ochsen gestattet. Die Sprichwörter bewahrheiten sich gerade einmal wieder. Sowohl innerhalb weiter Teile der deutschen Politik als auch der deutschen Medien gilt: Mit russischen Regierungsvertretern zu reden, ist ein Tabu.
Was war da in der Presse los, als bekannt wurde, dass AfD-Vertreter 2025 und 2026 nach Russland gereist sind! Medien spuckten Gift und Galle.
Nun mag es einen Unterschied zwischen den Besuchen der AfD-Politiker und des CIA-Direktors im Hinblick auf die Ziele und die Ausrichtung der Reise geben. Allerdings: Die Giftpfeile deutscher Medien im Kalte-Krieger-Modus würden jeden treffen, der zu einer Gesprächsreise nach Moskau fliegt – Ausnahmen gelten für Vertreter des Imperiums.
Etwas ganz Anderes ist es offensichtlich nämlich, wenn der Direktor der CIA, unangekündigt, ganz diskret, nach Russland fliegt. Kein Zeter-und-Mordio-Geschrei. Stattdessen: ruhige, fast ehrfürchtige Berichterstattung.