Von Florian Rötzer – 29. September 2026

Nach Recherchen von Sunday Times, Danwatch und Dossier Center, einer Publikation des Oligarchen und russischen Oppositionellen Chodorkowski, bereitet sich Russland auf einen Atomkrieg vor. Angeblich wurde eine tief im Berg Kosvinsky unter Felsen gelegene Tunnel- und Bunkeranlage bei Kytlym im Ural ausgebaut. Damit soll das sowjetische Programm Perimeter, „Doomsday Machine“ oder „Tote Hand“ wieder aktiviert werden, das garantieren soll, dass Russland auch nach einem verheerenden Atomangriff oder nur einem Enthauptungsschlag, also der Ausschaltung der politischen und militärischen Führung, noch einen nuklearen Gegenangriff starten kann – fast automatisch.
Im Sinne des Gleichgewichts des Schreckens ist die Sicherung einer Zweitschlagfähigkeit notwendig zur Abschreckung. MAD (Mutually assured destruction), die garantierte wechselseitige Vernichtung, soll sicherstellen, dass ein Einsatz von Atomwaffen suizidal ist. Das war im Kalten Krieg zwischen den beiden Atomstaaten USA und Sowjetunion noch einigermaßen nachvollziehbar. Seitdem sind mehr Länder im Besitz von Atomwaffen, allerdings mit weitaus geringeren Beständen. Sie können kaum mit MAD drohen, aber wie man am Beispiel Nordkorea sieht, verhindert der Besitz von nur wenigen Atomwaffen und Interkontinentalraketen einen militärischen Angriff. Gegenbeispiele sind der Irak, Libyen oder Iran, die angegriffen wurden, weil sie noch keine Atomwaffen besaßen.
Angeblich blieb Perimeter auch nach dem Auseinanderfallen der Sowjetunion in Russland noch in Betrieb. Im ganzen Land werden, so ein Artikel in Sputniknews, fortlaufend Radioaktivität, Temperatur, Funkverbindungen, seismische Erschütterungen und weitere Parameter automatisch gemessen. Kommt es zu einer plötzlichen massiven Veränderung, könnte es sich um eine Atomexplosion handeln. Das System versendet Anfragen an den Generalstab der Armee und an das Kommando der strategischen Raketen. Kommt keine Antwort, wird dies als Zeichen dafür interpretiert, dass die Fernmeldeverbindungen und die Führung vernichtet wurden. Daraufhin werden automatisch Kommandoraketen gestartet, die durch ein Signal den Abschuss der noch vorhandenen Atomwaffen etwa auf U-Booten auch unteren Rängen freigeben. Letztlich wird der Abschuss noch von Menschen kontrolliert, automatisch läuft nur die Kommandokette ab.