Hasserfüllte Reaktion Netanjahus und israelischer Regierungspolitiker auf preisgekrönten Film NAZA

Von Jean Shaoul – 29. September 2026

Die rechtsextreme israelische Regierung reagierte mit Hass und Wut auf den Film Naza, der die Verbrechen des zionistischen Regimes an wehrlosen Palästinensern in Gaza aufdeckt.

Plakat für den Film NAZA, der den Sonderpreis der Jury bei den Internationalen Filmfestspiele von Venedig gewonnen hat [Photo: IMDB]

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Minister denunzierten die Filmemacher und stellten den Dokumentarfilm als verräterischen Angriff auf den Staat und die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) dar. Netanjahu nahm NAZA als Vorwand für die Ankündigung, ein Gesetz einzubringen, das den Entzug der Staatsbürgerschaft für diejenigen ermöglichen soll, die Soldaten oder den Staat im Ausland „verleumden“. Ein weiteres Gesetz soll die Geldstrafe für die Verleumdung der IDF auf eine Million Schekel bzw. 329.000 US-Dollar erhöhen.

NAZA, ein 80-minütiger Dokumentarfilm der israelischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor, hat den Sonderpreis der Jury bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen von Venedig gewonnen und beispiellosen 25-minütigen Beifall erhalten. Der vom Guardian produzierte Film basiert auf Recherchen, die Abraham in den letzten drei Jahren für das Onlinemagazin +972 und die Nachrichtenseite Local Call durchgeführt hatte. NAZA ist ein Akronym, das die IDF für „Kollateralschäden“, bzw. für zivile Opfer benutzen, die die Folge ihrer Bombenangriffe und gezielten Tötungen sind.

Der Film enthält Interviews mit 24 ehemaligen Angehörigen des israelischen Militärs, darunter Datenanalysten, Drohnenpiloten und Scharfschützen, die die KI-Systeme und Protokolle erklären, mit denen Israel Zivilisten in Gaza ins Visier nimmt und tötet. Ein Interviewpartner berichtet von einer „zulässigen Fehlerquote“ von 15 Prozent für das KI-gestützte Zielerfassungssystem, wobei impliziert wird, dass auch eine noch höhere Quote akzeptabel sei. Ein anderer beschreibt ein System namens „Where’s Daddy?“, das zuschlägt, wenn ein Mann nach Hause zurückkehrt, und dabei seine gesamte Familie sowie Nachbarn und Besucher töten kann. Laut den Interviewten konnten die Schwellenwerte je nach Bedeutung des Ziels variieren. So wurden bisweilen bis zu 500 zivile Todesopfer als Preis für die Ausschaltung eines Hamas-Führers bei einem einzigen Angriff in Kauf genommen.

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