Von Igor Pschenitschnikow (Übersetzung: Thomas Röper) – 29. September 2026
Analysten sind sich weitgehend einig, dass ein Krieg Europas gegen Russland, wenn er ausbrechen sollte, aller Wahrscheinlichkeit nach im Ostseeraum ausbrechen und als erstes das Baltikum und Skandinavien umfassen wird. Darauf wird dort auch zielgerichtet hingearbeitet.

Ich berichte schon sehr lange darüber, wie die Staaten Europas vor allem im Ostseeraum einen Krieg gegen Russland zu provozieren versuchen. Eines der Instrumente dazu ist die sogenannte Joint Expeditionary Force (JEF), ein von Großbritannien gegründetes Militärbündnis, das die baltischen und skandinavischen Staaten umfasst und immer wieder provokante Manöver unmittelbar an der russischen Grenze durchführt.
Da deutsche Medien über all das nicht berichten und die JEF in Deutschland bestenfalls Experten ein Begriff sind, übersetze ich hier einen Artikel, der zeigt, wie russische Experten die Lage einschätzen. […]
Die Europäer können ihre historischen Fehler immer noch nicht erkennen
Während „Baltic Guard“ die Eroberung Kaliningrads durchspielt, decken sich die Schweden mit Toilettenpapier ein.
Von Igor Pschenitschnikow, Politologe
Analysiert man all die zahlreichen Erklärungen und Handlungen unserer Feinde von Nordamerika über Europa bis hin zum Nahen Osten als Komplex und System, so lässt mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf schließen, dass der Ostseeraum und Nordeuropa jene Region sein werden, in der die USA versuchen, durch ihre Vasallen einen Krieg gegen Russland zu provozieren.
Wahrscheinlich wird es eine Art „Testlauf“, bei dem der US-amerikanische „Deep State“, aus der Deckung hinter dem Rücken seiner europäischen Schützlinge und Statthalter aus agierend, die Belastbarkeit Russlands nicht in einem bloßen Stellvertreterkrieg, den er in der Ukraine bereits gegen Russland führt, auf die Probe stellt, sondern in einem richtigen, in einem heißen Krieg, in dem Russland gezwungen, wäre nicht nur mit halber Kraft zu agieren wie jetzt, sondern seine gesamte militärische Macht einzusetzen. Man wird uns also dazu provozieren, Waffensysteme zu nutzen, die Russland vermutlich für den Ernstfall unter Verschluss hält und die nicht für Kleinkram oder Schießen auf Spatzen vorgesehen sind.
Es besteht kein Zweifel daran, dass man in Washington brennend neugierig darauf ist, was Moskaus gemeint hat, als es vor unüberlegten Schritten gegen das Land gewarnt und dabei auf den Besitz von Waffen verwiesen hat, die auf neuen physikalischen Prinzipien beruhen.
Der Gegner der Joint Expeditionary Force: Russland
Aus der Ostseeregion registrieren wir immer mehr Anzeichen dafür, dass die dortigen NATO-Staaten von den USA dazu bestimmt wurden, als formelle Provokateure für einen von Washington geplanten Krieg zwischen Europa und Russland aufzutreten. Beginnen wir mit den jüngsten Nachrichten: Derzeit werden in der Ostsee unter britischer Führung Szenarien für eine Seeblockade und die Eroberung der einzigen russischen Exklave – des Gebiets Kaliningrad – geübt.
An den Manövern ist die sogenannte Joint Expeditionary Force (JEF) beteiligt, die Kampfeinheiten aus Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen und Schweden umfasst. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko betonte, als er über diese Vorgänge berichtete, das die wichtigste Aufgabe der JEF darin bestehe, schnell in den Gebieten des Nordatlantiks, der Ostsee und des Hohen Nordens zu reagieren. Er erklärte zudem, die NATO-Operation „Baltic Guardian“ ziele darauf ab, Schlüsselverkehrswege zu kontrollieren und Russlands Seehandel zu beschränken. Es ist offensichtlich, dass Russland der Gegner der JEF ist.