61. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Libanon und Iran – Entwicklung zum Dauerkriegszustand

Von Peter F. Mayer – 29. April 2026

Eskalation ohne Ende: Die neue Normalität eines US-israelischen Regionalkriegs. In Westasien zeichnet sich eine neue Realität ab. Was wir hier erleben, ist keine bloße militärische Auseinandersetzung mehr, sondern eine systematische Destabilisierung eines gesamten geostrategischen Raums.

Blockaden als Kriegswaffe: Der „lange Atem“ der USA

Besonders aufschlussreich sind aktuelle Berichte, wonach die Administration um Donald Trump nicht mehr primär auf direkte militärische Schläge gegen den Iran setzt, sondern auf eine „langfristige Blockade“. Das Ziel ist klar: Die systematische Aushungerung der iranischen Wirtschaft und die Unterbindung jeglichen Handels – eine moderne Form der Belagerung, die unter dem Deckmantel des „Druckaufbaus“ die Zivilbevölkerung am härtesten trifft.

Dass dabei das Völkerrecht mit Füßen getreten wird, scheint in Washington und Tel Aviv niemanden mehr zu stören. Die Beschwerden Irans bei den Vereinten Nationen wegen der illegalen Beschlagnahmung von Schiffen – von Teheran als „Piraterie“ bezeichnet – verhallen, während die US-Marine den Golf kontrolliert.

Die Zerstörung der Lebensgrundlagen – systematische Verwüstung

Während in den westlichen Medien oft über „gezielte Schläge“ gesprochen wird, zeigt die Realität am Boden ein anderes Bild. Berichte und Dokumentationen über die Lage im Südlibanon legen nahe, dass es sich um eine systematische Flächenzerstörung handelt.

Humanitäre Katastrophe: Die Zahl der Binnenvertriebenen im Libanon geht in die Millionen. Die Gesundheitsversorgung ist kollabiert, und die traumatisierte junge Generation wird die Narben dieses Krieges ein Leben lang tragen.

Systematische Demolierung: Wie Haaretz berichtet, werden zivile Strukturen gezielt dem Erdboden gleichgemacht – ein Muster, das bereits aus Gaza bekannt ist.

Das Narrativ-Theater: Wer kontrolliert die Wahrheit?

Die Diskrepanz zwischen dem, was hinter den Kulissen geschieht, und dem, was in den großen westlichen Medien ankommt, ist eklatant. Während die X-Plattform zur wichtigsten Quelle für unmittelbare Augenzeugenberichte geworden ist – und damit natürlich im Visier der Zensurbemühungen steht –, versuchen etablierte Medien, das Geschehen in den Rahmen der „Stabilitätssicherung“ zu pressen. Dabei geht es um weit mehr als um regionale Machtansprüche. Es geht um die Kontrolle von Energierouten und die Ausschaltung eines Akteurs, der sich der unipolar-amerikanischen Hegemonie verweigert. Auch die von Fars News hervorgehobene diplomatischer Bemühungen Teherans, etwa das Treffen mit Russland, zeigen, dass hier eine neue, multipolare Allianz versucht, dem Druck standzuhalten.

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