Von German-Foreign-Policy.com – 14. September 2026
Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate bauen ihre Rüstungskooperation aus. Die Emirate binden sich immer enger an Israel und beliefern eine genozidale Miliz im Sudan mit Waffen.
Die Bundesrepublik weitet die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten aus und stärkt auch die Rüstungskooperation – trotz der Waffenlieferungen der Emirate an eine genozidale Miliz im Sudan. Wie vergangene Woche beim Besuch des emiratischen Präsidenten Muhammad bin Zayed al Nahyan in Berlin bekannt wurde, wollen emiratische Unternehmen rund 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren und dabei nicht nur mit Energiekonzernen kooperieren, sondern auch High-Tech-Rechenzentren errichten. Zudem ist eine Kooperation etwa beim Bau von Drohnen und in der Drohnenabwehr geplant. Die Intensivierung der Zusammenarbeit ist geostrategisch von Bedeutung, da die Emirate in den vergangenen Jahren immer schärfer in Konflikt mit Saudi-Arabien geraten sind und sich zugleich immer stärker Israel angenähert haben. Im Irankrieg flogen sie zeitweise eigene Luftangriffe auf das Nachbarland und verteidigten sich unter anderem mit israelischen Abwehrsystemen. Im Sudan haben sie die Rapid Support Forces, die Zehntausende Schwarze aus rassistischen Motiven ermordet haben, mit Waffen versorgt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärt zu der Kooperation, man müsse „nicht in allem einer Meinung sein“.
Saudisch-emiratische Differenzen
Die Vereinigten Arabischen Emirate, die noch vor wenigen Jahren eng mit Saudi-Arabien kooperierten, sind zuletzt immer mehr in Konflikte mit ihrem weitaus größeren Nachbarland geraten. 2021 teilte Riad mit, man werde Staatsaufträge künftig nur noch an Unternehmen vergeben, die ihren regionalen Hauptsitz in Saudi-Arabien haben. Dies führte zum Abzug von Firmenzentralen aus den Emiraten. Saudi-Arabien baut mit Riyadh Air eine Fluggesellschaft auf, die mit Emirates konkurrieren und Dubai die Position des größten Drehkreuzes in der Region streitig machen soll. Ende April kündigte umgekehrt Abu Dhabi seine Mitgliedschaft in dem für Riad sehr wichtigen Erdölkartell OPEC auf; Ziel sei, so hieß es zur Begründung, die eigenen Erdölexporte über die OPEC-Förderquoten hinaus zu erhöhen, um künftig die Einnahmen aus der Ausfuhr des Rohstoffs steigern zu können.[1] Differenzen taten sich auch in der Außenpolitik auf. Im Jemen etwa unterstützen die Emirate Separatisten im Süden des Landes, während Saudi-Arabien auf die – schwache – offizielle Regierung setzt. Als Abu Dhabi Ende 2025 einen Eroberungszug der Separatisten unterstützte, bombardierte Riad eine emiratische Lieferung von Militärfahrzeugen in den Jemen.[2] Die Spannungen zwischen beiden Staaten dauern unverändert an.