Während drohender Gasmangellage: Speicherstände sinken, USA reduzieren LNG-Export, EU will russisches Gas ganz verbieten

Von Thoms Röper – 28. Januar 2026

Die deutschen Gasspeicher leeren sich immer schneller und wenn das derzeitige Tempo anhält, muss in weniger als drei Wochen die Gasmangellage ausgerufen werden. Gleichzeitig wird aus den USA gemeldet, dass die LNG-Exporte reduziert werden sollen und die EU will russisches Gas ganz verbieten.

Es überrascht, dass die großen deutschen Medien sich praktisch gar nicht für die Füllstände der deutschen Gasspeicher zu interessieren scheinen, obwohl die historisch niedrig sind und wohl nur noch ein Wunder eine Gasmangellage verhindern kann. Die Speicherstände sind in Deutschland am 26. Januar auf 36 Prozent gesunken, während sie im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 an dem Tag bei 60 Prozent gelegen haben. In den letzten Tagen sind die Pegel täglich um 0,8 Prozent gesunken, was bedeutet, dass die magische Grenze von 20 Prozent in 20 Tagen erreicht würde, wenn es dabei bleibt. In der Vergangenheit sind die Speicherstände nie nennenswert unter 25 Prozent gefallen, nun könnte diese Marke schon am 10. Februar erreicht werden.

Die Lage wird dadurch erschwert, dass aus den USA, die heute der mit Abstand wichtigste Gasversorger der EU sind, gemeldet wurde, der Export von Flüssiggas (LNG) müsse reduziert werden. Der Grund ist der Wintereinbruch in den USA und der dadurch erhöhte Gasverbrauch in den USA selbst. Daher werde eine „Neuplanung der Liefertermine mit langjährigen Abnehmern“ erwogen.

Die Bundesnetzagentur behauptet weiterhin, die Lage sei unkritisch. Die Gasversorgung in Deutschland sei stabil, die Versorgungssicherheit gewährleistet und sie schätze „die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein“. Das überrascht angesichts der aktuellen Zahlen ein wenig, zumal bereits einzelne, wenn auch bisher nur regionale Medien, schreiben, dass nur noch ein milder Winter eine Gasmangellage verhindern könne. Davor warne ich bereits seit Wochen.

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