Von Andre Damon – 27. Oktober 2026

Die Regierungen von Trump und Netanjahu befinden sich in der Endphase der Vorbereitungen auf einen massiven neuen Angriff auf den Iran. Gleichzeitig stehen beiden Regierungschefs Wahlen bevor, bei denen sowohl Trump wie Netanjahu eine empfindliche Wahlniederlage erleiden könnte.
Auf die Frage am Samstag, ob er einen weiteren Angriff auf den Iran plane, erklärte US-Präsident Donald Trump gegenüber Reportern in Florida: „Ich denke darüber nach, es zu tun, vielleicht schon morgen.“ Er fügte hinzu: „Vielleicht muss ich sie endgültig ausschalten, oder vielleicht schließen sie einen Deal.“ Am Sonntag sagte er gegenüber Fox News: „Heute wird es keinen Angriff geben“, aber wiederholte dann die Frage: „Schließe ich einen Deal mit ihnen ab, oder schalte ich sie endgültig aus?“
In einer Woche finden in den USA die Zwischenwahlen vom 3. November statt, und noch diese Woche, am 27. Oktober werden in Israel die Parlamentswahlen abgehalten. Bei den US-Wahlen wird eine überwältigende Ablehnung des Iran-Kriegs in der Bevölkerung erwartet, und für Trumps Partei wird eine schwere Niederlage vorausgesagt. Eine Umfrage des Pew Research Center vom 8. Oktober ergab, dass 65 Prozent der Amerikaner Trumps Kriegspolitik ablehnen.
Die militärischen Vorbereitungen auf einen erneuten Angriff auf den Iran sind weit fortgeschritten. Die Flugzeugträgerkampfgruppe der USS Theodore Roosevelt hat San Diego Ende September verlassen, einen Tag später folgte eine amphibische Gruppe mit mehr als 2.000 Marines, und bis Ende November werden drei Flugzeugträger und zwei amphibische Landungsgruppen in der Nähe des Iran stationiert sein.
Die neuen Truppenentsendungen umfassen insgesamt 9.000 bis 10.000 Soldaten, zusätzlich zu den 40.000 bis 50.000, die schon vor dem Krieg im Nahen Osten stationiert waren. Das Außenministerium ordnete am 21. Oktober an, dass alles Personal, das nicht für den Notfall erforderlich ist, mit ihren Familien Saudi-Arabien verlassen müsse. CNN berichtete am Freitag, dass das Personal in den Botschaften im Libanon, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Katar und in Jordanien reduziert werde.
Die Trump-Regierung bereitet eine durchsichtige Propaganda-Erzählung vor, um die Eskalation zu rechtfertigen. In einem Memo, das der Direktor des Nationalen Nachrichtendienstes, Jay Clayton, am Freitag an Außenminister Marco Rubio sandte – worüber Axios als Erstes berichtete –, hieß es: „Die tödlichen Komplotte der Iraner gegen US-Bürger haben ein fortgeschrittenes Stadium erreicht.“
Die New York Times berichtete in einem am Samstag veröffentlichten Artikel mit sechs Autoren, dass US-Beamte sich auf Geheimdienstinformationen konzentrierten, in denen es hieß: „Die Iraner könnten möglicherweise versuchen, US-Botschafter im Nahen Osten und amerikanische Politiker auf US-amerikanischem Boden zu töten.“ Die Zeitung räumte ein, dass die Informationen „nach wie vor streng geheim sind, sodass eine Beurteilung schwierig ist“. Sie fügte hinzu, einige Beamte seien verwirrt darüber, dass das Memo überhaupt veröffentlicht worden war: „Sie wussten, dass sie es durch keine Beweise für ein konkretes Komplott untermauern konnten.“ Mit anderen Worten: Es handelt sich dabei um völlig unbelegte Kriegspropaganda.
Ohne einen Hauch von Ironie fügte die Times hinzu: „Der Irak ist ein weiteres warnendes Beispiel dafür, dass selektive Geheimdienstinformationen als tatsächlicher Vorwand für militärische Maßnahmen genutzt werden können.“ Tatsächlich erinnern die wilden Unterstellungen gegen den Iran an die Propagandakampagne von Regierung und Medien, die der Invasion im Irak 2003 vorausging. Die Times spielte damals ebenfalls eine führende Rolle.
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