Von Andre Damon – 12. Juni 2026
Am Mittwoch führten die USA, wie bereits am Vortag, Angriffe auf den Iran durch. Das US-Militär erklärte, es habe um 17.15 Uhr Ostküstenzeit begonnen, „verschiedene Ziele“ im Iran anzugreifen. CBS News berichtete unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter, das dazu Munitionslager, Kontroll- und Kommandozentren und Lagerhäuser gehörten. Iranische Medien berichteten von Explosionen in Bandar Abbas, Minab und Sirik sowie auf den Inseln Qeschm und Kisch vor der Südküste des Landes.
Der erneute Angriff, der von den Medien in betrügerischer Absicht als „Selbstverteidigung“ dargestellt wird, ist ein offener Akt der Aggression gegen ein Land, dessen Staatsoberhaupt von Washington und Israel ermordet wurde, dessen Häfen von der US Navy blockiert werden, und dessen Trinkwassersystem nun von amerikanischen Bomben zerstört wurde. Nachdem die US-Regierung von Donald Trump es in 100 Tagen nicht geschafft hat, den Iran zur Kapitulation zu zwingen, versucht sie jetzt, das Land durch Bombenterror zu einer – in Trumps Worten – „vollständig ausgehandelten“ Kapitulation zu zwingen.
Als Vorwand für die neuen Angriffe diente der Verlust eines Apache-Hubschraubers der US Army, der am Montagabend bei einem Patrouillenflug in der Straße von Hormus vor der Küste des Oman abgeschossen wurde. Beide Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Am Dienstag erklärte Trump: „Die Iraner haben einen unserer hochmodernen Apache-Hubschrauber abgeschossen“, weshalb die USA gezwungen seien, „auf diesen Angriff zu reagieren“. Die New York Times verwies am Dienstag auf einen US-Regierungsvertreter, der erklärt habe, dass der Hubschrauber von einer iranischen Shahed-Drohne getroffen worden sei. Die Nachrichten-Website Axios berichtete am gleichen Tag, dass im Rahmen der Untersuchung noch nicht geklärt geworden sei, ob der Hubschrauber absichtlich getroffen wurde.
Am Dienstagnachmittag amerikanischer Zeit flogen US-Kampfflugzeuge Angriffe auf die Südküste des Iran. Die Redaktion des Wall Street Journal schrieb am Mittwoch, das US-Militär habe zwanzig Luftabwehrstellungen getroffen. Laut der New York Times hätten iranische Regierungsvertreter bestätigt, dass es sich um Luftabwehrstellungen bei Bandar Abbas, Raketenbatterien auf der Insel Qeschm und Marinestützpunkte bei Sirik und Jask gehandelt habe. In der Provinz Hormozogan wurden laut der Financial Times zwei Wasserreservoirs zerstört, wodurch mehr als 20.000 Menschen in Kuhestak und zehn benachbarten Dörfern kein Trinkwasser mehr haben, während dort die Temperaturen zwischen 45 und 50 Grad Celsius schwanken. Abdolhamid Hamzepour, der Direktor des Wasserversorgers der Provinz, erklärte: „Mehr als 20.000 Einwohner, die härtesten klimatischen Bedingungen und extremer Hitze ausgesetzt sind, haben den Zugang zu sicherem Trinkwasser verloren.“
Die iranische Revolutionsgarde feuerte im Verlauf der Nacht mit Drohnen und Raketen 21-mal auf das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain, die Luftwaffenstützpunkte Ali Al Salem in Kuwait und Azraq in Jordanien. Laut den Behörden aller drei Länder wurden die Projektile abgefangen. In der gleichen Nacht feuerte ein US-Kampfflugzeug auf den Maschinenraum des Tankers „Settebello“, der laut dem US-Militär versucht habe, mit iranischem Öl an Bord die Blockade zu durchbrechen. Dabei wurde ein Seemann getötet, zwei weitere werden vermisst. Da die Besatzung aus indischen Staatsbürgern bestand, bestellte die indische Regierung am Mittwoch den ranghöchsten US-Diplomaten in Neu-Delhi ein, um „auf das Schärfste zu protestieren“.