Putin warnt die EU vor weiterer Piraterie

Von Thomas Röper – 14. August 2026

Der russische Präsident hat die EU gewarnt, ihre Politik der Piraterie fortzusetzen. Andernfalls werde Russland „spiegelbildlich“ reagieren und ebenfalls Schiffe der Länder festsetzen, die russische Schiffe kapern.

Der Westen ist schon vor einiger Zeit zu offener Piraterie übergegangen. So hat Großbritannien beispielsweise schon 2019 einen iranischen Tanker gekapert, die USA haben 2021 iranische Tanker gekapert und seit 2022 kapern Länder der EU immer wieder Tanker mit russischem Öl. Als Vorwand für diese Piraterie nennen die Länder des Westens ihre Sanktionen, die sie beliebig gegen jedes Land verhängen, dessen Politik ihnen nicht gefällt. Natürlich ist das völkerrechtswidrig, denn die Freiheit der zivilen Schifffahrt ist ein völkerrechtlich hohes Gut, das nur durch Sanktionen der UN-Sicherheitsrates eingeschränkt werden kann, nicht aber durch von einzelnen Ländern einseitig und willkürlich verhängte Sanktionen.

Diese fortgesetzte Piraterie, die derzeit vor allem die EU betreibt, ist gefährlich, weil das schon einige Male dazu geführt hat, dass russische Kriegsschiffe oder Kampfflugzeuge Handelsschiffen zur Hilfe kommen mussten, die von Kriegsschiffen aus EU-Staaten bedrängt wurden.

Im Juni hat Großbritannien einen Tanker mit russischem Öl festgesetzt und darüber nachgedacht, die Ladung zu verkaufen und den Erlös der Ukraine zukommen zu lassen. Inzwischen will auch die EU so verfahren.

Darauf hat der russische Präsident Putin vor zwei Tagen bei einem Besuch der russischen Pazifikflotte reagiert, als er an die Adresse der EU sagte:

„Es gibt noch ein Problem, auf das ich aufmerksam machen möchte. Der Kommandeur erwähnte soeben die Eskortierung unserer Schiffe im Verantwortungsbereich der Pazifikflotte. Ich möchte Sie auf die jüngsten Beschlüsse der EU aufmerksam machen. Wir sehen, dass die Regierungen einiger Länder unter Verstoß gegen das Internationale Seerecht versuchen, die friedliche Bewegung der Schiffe unserer Wirtschaftsakteure einzuschränken und kürzlich sogar daran gedacht haben, unsere Schiffe zu beschlagnahmen und das gestohlene Gut zu verkaufen. Das ist natürlich nichts anderes als Piraterie und Raub. Sollte das umgesetzt werden, sind wir gezwungen, spiegelbildlich zu reagieren. Und zwar nicht unbedingt in den Gewässern, in denen Angriffe auf unsere Schiffe geplant werden, sondern überall dort, wo wir es für notwendig und angemessen halten, auch innerhalb des Verantwortungsbereichs der Pazifikflotte. Ich bitte Sie, das zu beachten. Der entsprechende Befehl wurde dem Verteidigungsministerium gegeben und ist, wie ich weiß, auch dem Kommando der Pazifikflotte übermittelt worden.“

Heute hat sich auch der russische Außenminister Lawrow dazu geäußert und die Warnung von Putin wiederholt:

„Die EU hat das schon vor langer Zeit erfunden. Es wird in keinem Dokument erwähnt. Die EU hat entschieden, ihr eigenes Recht, wenn man Brüssels illegale Enteignungen überhaupt als Recht bezeichnen kann, anzuwenden, um Russlands Möglichkeiten, auf den Weltmärkten Geld zu verdienen, einzuschränken und Russland faktisch den Handel mit Energieträgern verboten. Alle Schiffe, egal unter welcher Flagge, die nicht auf die EU hören, werden zur „Schattenflotte“ erklärt. Das ist ein sehr gefährlicher Weg, denn sie behaupten, ihre Entscheidungen stünden über dem Völkerrecht. Sie haben sich nicht nur erlaubt, Schiffe anzuhalten und zu inspizieren, sondern auch die Ladung zu beschlagnahmen und zu verkaufen, um Einnahmen zu generieren und diese an die Ukraine weiterzuleiten, damit die ihr Nazi-Regime weiter festigen kann. Putin hat ganz klar und ruhig erklärt, dass wir auf diesen Raub, auf diese Piraterie spiegelbildlich reagieren und unsere Ziele selbst aussuchen werden. Die Ziele werden Schiffe sein, die im Interesse von Ländern operieren, die Raub und Piraterie zu ihrer offiziellen Politik erklärt haben.“

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