Von Gaby Weber – 6. November 2026

Kaum von seiner Lungenoperation genesen, macht sich der neue Papst Leo XIV. zu seiner ersten Lateinamerika-Tour auf. Seine Reise beginnt am Freitag ausgerechnet in der Hochburg des Laizismus, in Uruguay. Dann fliegt er auf die andere Seite des Río de la Plata nach Argentinien, wo er Präsident Javier Milei die Leviten lesen wird, und am Ende der Höhepunkt: Peru – wo er lange gepredigt und die Staatsbürgerschaft angenommen hatte.
In Montevideo werden ihn auf der zentralen Plaza Independencia die Vertreter der Regierung, der sog. Zivilgesellschaft und des diplomatischen Corps begrüßen. Danach steht ein Tête à tête mit Präsident Yamandú Orsi von der gemäßigten, linken Frente Amplio auf dem Programm. Am nächsten Tag geht’s ins Landesinnere, nach Paysandú. Mit Störungen ist nicht zu rechnen; niemand will ihm Böses. Allerdings hält sich auch die Begeisterung in Grenzen, meint der Redakteur der Wochenzeitung Brecha, Daniel Gatti: „Uruguay ist durch und durch laizistisch, die Menschen stehen seinem Besuch indifferent gegenüber – wenngleich mit einer gewissen Sympathie.“
Laut einer über zwanzig Jahre alten Taufstatistik des Vatikans leben in Uruguay 2,75 Mio. getaufte Katholiken, das entspricht 77 Prozent der Bevölkerung. Aber laut dem Latinobarómetro (2004) praktizieren nur 26 Prozent eine Religion, nicht nur Katholiken sondern auch Evangelikale, Lutheraner, Juden und Muslime. 81 Prozent glauben aber an die Existenz von Gott bzw. von Gött*Innen.
Laut Umfragen sieht die Hälfte aller Uruguayer den Besuch Leos eher positiv. Zum Einen, weil sie seinen Einsatz für den Weltfrieden und seine kritische Haltung gegenüber der Trump-Administration schätzen. Außerdem wird das Land durch den Besuch international aufgewertet und der Tourismus angekurbelt. Endlich ist mal wieder was los in dem Drei-Millionen-Land!
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