Nur die Ukraine ist mit Gottes Hilfe in der Lage, die östliche Horde aufzuhalten!“

Von Florian Rötzer – 20. August 2026

Präsident Selenskij bei der Beisetzung der Gebeine des Nationalhelden Jewhen Konowalez, den Gründer und Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Bild: president.gov.ua/CC BY-NC-ND-4.0

Wieder wurden die Gebeine eines der nationalen „Helden“ der Ukraine in die Ukraine überführt und mit großem Pomp begraben – vorläufig, weil alle toten Helden in einem erst zu errichtenden Pantheon versammelt werden sollen, um die nationale Identität zu zementieren. Dieses Mal handelte es sich nach Andrij Melnyk (Ukraine holt ihre Nationalhelden heim) um Jewhen Konowalez, den Gründer und Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) von 1929 bis 1938, aus der OUN-M von Melnyk und OUN-B von Bandera hervorging, die zeitweise mit den Nazis kollaborierten und an Massakern an Polen und Juden beteiligt waren. Man darf gespannt sein, wann Bandera aus München heimgeholt wird. Konowalez arbeitete wie Bandera und Melnyk mit dem deutschen Geheimdienst gegen Polen und den Bolschewismus zusammen. 1938 wurde er durch einen Anschlag getötet

Wieder war die Spitze der Regierung beim Begräbnis anwesend. Präsident Selenskij hielt die Rede, in der von den dunklen Seiten der OUN und der Folgeorganisationen, also von nicht die Rede war, sondern nur vom edlen Kampf für die Unabhängigkeit und der Souveränität der Ukraine: „Mit ihm hat die Ukraine einen Teil ihrer selbst zurückgewonnen – ihr Gedächtnis, die ukrainische Erfahrung, unsere nationale Geschichte – die Geschichte all jener, die zu verschiedenen Zeiten für die Ukraine, für unsere Unabhängigkeit und unseren souveränen Staat gelebt und gekämpft haben. Oberst Jewhen Konowalets ist eine solche Persönlichkeit. Sein Schicksal – zugleich heldenhaft und tragisch – ist wie ein Symbol für diese gesamte Epoche unserer Geschichte.“

Gefeiert wird eine gesäuberte Geschichte, die es erlaubt, die Helden der Gegenwart direkt mit den nationalistischen, aber von ihren rassistischen und auch faschistischen Ideologien befreiten Organisationen und Kämpfern für Unabhängigkeit im 20. Jahrhundert zu verbinden (Die Heldenverehrung der ukrainischen Nationalisten: „Ob es jemandem passt oder nicht – scheiß drauf“). Treibende Kraft hinter dieser nationalistischen Inszenierung scheint der ehemalige Militärgeheimdienstchef Budanov und jetzige Leiter des Präsidialamts zu sein.

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