Europäische Kriegsflotte auf dem Weg in die Straße von Hormus

Von Peter Schwarz – 8. Mai 2026

Während der Krieg der USA gegen den Iran in einem brüchigen Waffenstillstand feststeckt, befindet sich eine europäische Kriegsflotte auf dem Weg in die Straße von Hormus.

Französischer Flugzeugträger Charles de Gaulle

Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle und seine Begleitschiffe haben am 6. Mai den Suez-Kanal durchquert, um für den Einsatz in der strategischen Meerenge in Position zu sein. Großbritannien, das den Einsatz gemeinsam mit Frankreich führt, hat den Zerstörer HMS Dragon, das Landungsschiff RFA Lyme Bay und das mit Tomahawk-Raketen bewaffnete U-Boot HMS Anson in Marsch gesetzt. Für Deutschland sind das Minenjagdboot Fulda und das Versorgungsschiff Mosel unterwegs, und auch Griechenland, Spanien und Italien haben Kriegsschiffe losgeschickt.

Der Einsatz war am 17. April auf einer Konferenz in Paris besprochen worden, zu der Präsident Emmanuel Macron rund 40 Länder aus Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika eingeladen hatte, deren Vertreter persönlich oder per Videoschaltung teilnahmen, darunter auch Indien und China. Die Kriegsparteien USA, Israel und Iran wurden dagegen nicht eingeladen.

Die Regierungen, die Kriegsschiffe entsenden, betonen, dass sie sich nicht am US-israelischen Krieg gegen den Iran beteiligen werden. Der Einsatz diene ausschließlich dazu, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu sichern, „sobald es die Umstände erlauben“.

Präsident Macron gab am Mittwoch bekannt, dass er mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian telefoniert und ihn ermutigt habe, die britisch-französischen Pläne für einen neutralen Einsatz an der Meerenge zu prüfen. Er wolle das Thema auch mit US-Präsident Trump besprechen.

Tatsächlich ist der Einsatz weder friedlich noch neutral. Die ehemaligen Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien verfolgen im Nahen Osten eigene imperialistische Interessen, die sich nicht mit jenen der USA decken. Dasselbe gilt für Deutschland und die Europäische Union.

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