Von Peter F. Mayer – 1. Juli 2026

Die EU schickt weitere Milliarden in einen Krieg, der längst keiner mehr ist, den man beenden will. Und neutrale Staaten finanzieren mit, als gäbe es das Wort Neutralität nicht mehr.
Wie TKP bereits berichtete, hat die Europäische Union soeben weitere 3,9 Milliarden € an die Ukraine überwiesen ‒ zweckgebunden für die Beschaffung von Drohnen. Das ist keine humanitäre Hilfe. Das ist Kriegsfinanzierung. Und es ist nur die jüngste Tranche eines neuen €90-Milliarden-Kreditprogramms, mit dem Brüssel Kiew bis mindestens 2027 am Leben erhalten will. Reuters meldete den Transfer am 30. Juni 2026. Kommentar der Kommission? Fehlanzeige. Es läuft halt.
Rechnen wir kurz zusammen: Allein im Juni 2026 flossen zuvor bereits knapp €2,8 Milliarden, dann nochmals 3,2 Milliarden € unter demselben Kreditrahmen, und jetzt eben €3,9 Milliarden ‒ nur für Drohnen. Die Gesamtsumme der EU-Unterstützung für die Ukraine beziffert der Europäische Rat selbst auf 211,3 Milliarden € seit Kriegsbeginn. Militärisch, finanziell, humanitär, flüchtlingsbezogen ‒ alles dabei.
Das ist keine freundliche Unterstützung mehr. Das ist der Aufbau einer permanenten Kriegswirtschaft auf Pump.
Der Krieg, der nicht enden darf
Martin Armstrong von Armstrong Economics schreibt dazu:
Sie sagten den Menschen, es gehe um die Verteidigung der Demokratie. Dann zensierten sie abweichende Meinungen. Sie sagten den Steuerzahlern, dies sei nur vorübergehend. Jetzt finanzieren sie die Ukraine bis 2027. Sie sagten allen, Sanktionen würden Russland zum Einsturz bringen. Stattdessen geriet Europa in eine Depression, während sich Russland anpasste. Jetzt finanzieren sie Drohnen, weil sich das Schlachtfeld in einen technologischen Fleischwolf verwandelt hat.
Am beunruhigendsten ist, dass Europa sich bereits so verhält, als befände es sich im Krieg. Es schränkt den Zugang zu neuem Flüchtlingsschutz für ukrainische Männer im wehrfähigen Alter ein, erhöht die Verteidigungsausgaben, diskutiert die Wiedereinführung der Wehrpflicht und finanziert die Waffenproduktion. Die Europäische Kommission will den vorübergehenden Schutz bis März 2028 verlängern, doch neu ankommende ukrainische Männer im wehrfähigen Alter ohne Genehmigung aus Kiew könnten davon ausgeschlossen werden.
Kein einziges Versprechen wurde gehalten. Die Sanktionen, die Russland in die Knie zwingen sollten, haben Europa in eine Rezession manövriert, während Russland neue Handelswege erschloss und seine Kriegswirtschaft hochfuhr. Die temporäre Hilfsmission ist zu einem Dauerengagement mutiert. Und die Verteidigung der Demokratie? Die EU-Kommission will den Schutzstatus für ukrainische Männer im wehrfähigen Alter einschränken ‒ wer keine Genehmigung aus Kiew vorweisen kann, soll künftig keinen Flüchtlingsschutz mehr erhalten. Demokratie heißt dann wohl: Du darfst in unserem Namen sterben, aber nicht in unserem Land leben.
Die Rekonstruktionskosten der Ukraine werden auf 588 Milliarden Dollar über die nächsten zehn Jahre geschätzt. Kiew hat bereits über 160 Wiederaufbauabkommen im Wert von mehr als zehn Milliarden € unterzeichnet. Europa baut nicht wieder auf. Europa baut eine dauerhafte Abhängigkeit.