Von Thierry Meysann – 20. Oktober 2026
Seit mehreren Jahren greifen unsere politischen Führer, die sich weigern, ihren Machtverlust zu akzeptieren, auf der internationalen Bühne immer wieder auf Fälschungen und Lügen zurück. Nach und nach verlieren sie an Einfluss, doch durch ihre permanente Täuscherei schaffen sie die Voraussetzungen für den Ausbruch eines Dritten Weltkriegs. Dieser wird weder aus Versehen noch durch Zufall entstehen, sondern das Ergebnis ihres Starrsinns sein.
Wir alle wissen, dass Kriege zwar durch bestimmte Ereignisse ausgelöst werden, ihre eigentlichen Ursachen jedoch ganz andere sind. In der Regel handelt es sich dabei um Konflikte um Territorium oder Einfluss. Der Dritte Weltkrieg könnte durch ein Gefecht in der Ukraine oder im Nahen Osten ausgelöst werden, doch seine eigentliche Ursache wird eine Konfrontation zwischen zwei Visionen der Weltordnung sein: Auf der einen Seite möchte die große Mehrheit der Staaten, die sich um Russland und China schart, das Völkerrecht achten, während auf der anderen Seite der „politische Westen“, der darauf bedacht ist, nichts von dem zu verlieren, was er durch die Unterdrückung der Völker des Südens errungen hat, es vorzieht, sich auf die „Regeln“ zu verlassen, die er im Rahmen der G7 erfunden hat.
Es ist nun schon acht Jahre her, dass der russische Außenminister Sergej Lawrow die Position Russlands unmissverständlich dargelegt hat. Seit acht Jahren geht der „politische Westen“ seinen Weg weiter, als wäre nichts geschehen. Am 28. September 2018 stellte er in seiner Rede vor der 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen [1] Folgendes fest: „Wir alle sind Zeugen eines Zusammenpralls zweier gegensätzlicher Tendenzen. Einerseits beobachten wir die Stärkung der polyzentrischen Prinzipien der Weltordnung, die stetige Entwicklung neuer Zentren des Wirtschaftswachstums sowie das Bestreben der Völker, ihre Souveränität zu wahren und Entwicklungsmodelle zu wählen, die mit ihrer nationalen, kulturellen und religiösen Identität im Einklang stehen. Andererseits beobachten wir den Wunsch mehrerer westlicher Staaten, ihren selbsternannten Status als ‚Weltführer‘ zu bewahren und den objektiven, unumkehrbaren Prozess der Etablierung der Multipolarität zu verlangsamen.“
Er fuhr fort: „Wir beobachten die Offensive des kriegerischen Revisionismus gegen das moderne Völkerrecht. Die Angriffe richteten sich gegen die Grundprinzipien der Nahost-Regelung, den gemeinsamen umfassenden Aktionsplan zum iranischen Atomprogramm, die Verpflichtungen im Rahmen der Welthandelsorganisation, das multilaterale Klimaabkommen und vieles mehr.“
Und weiter: „Es ist bezeichnend, dass die aggressiven Angriffe auf die Informationsinstitutionen mit Versuchen einhergehen, die Sekretariatsstrukturen [der UNO] zu ‚privatisieren‘ und ihnen die gleichen Rechte wie zwischenstaatlichen Gremien zu gewähren, in der Hoffnung, sie später manipulieren zu können. “
Es ist schwer vorstellbar, dass manche so sehr an ihren ungerechtfertigten Privilegien festhalten könnten, dass sie eine Apokalypse heraufbeschwören. Und doch …“
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[Der Beitrag wurde zuerst von Seniora.org publiziert. Zum Originalartikel von Thierry Meyssan auf Voltairenet.org]