Die New York Times, die Demokratische Partei und die Vorbereitungen für die zweite Phase des Irankriegs

Von David North – 14. April 2026

Der Redaktionssitz der New York Times in Manhattan [Photo by Credit: Wikimedia Commons/Ajay Suresh / CC BY-SA 4.0]

Am Sonntag veröffentlichte die Redaktion der New York Times eine Erklärung unter der Überschrift „Trumps Krieg schwächt Amerika“. Dieser programmatische Beitrag erscheint zu einem Zeitpunkt, da sich der amerikanische Imperialismus in einer akuten strategischen Krise befindet. Er dient dazu, die innen- und außenpolitischen Bedingungen zu bestimmen, unter denen der Krieg gegen den Iran wieder aufgenommen, neu organisiert und zu einem Abschluss gebracht werden kann und muss, der den grundlegenden Zielen der herrschenden Klasse in den USA entspricht.

Die Times geht von der Annahme aus, dass es eine strategische Katastrophe für die globale Machtpolitik Amerikas wäre, wenn Washington seine Kriegsziele nicht erreicht.

Die USA haben den Krieg gegen den Iran am 28. Februar während laufender diplomatischer Verhandlungen begonnen, bei denen der Iran echte Bereitschaft zu einem Abkommen signalisiert hatte. Es folgte eine Kaskade strategischer Misserfolge, deren Konsequenzen in ihrem vollen Ausmaß erst allmählich sichtbar werden. Die Straße von Hormus bleibt für den Großteil des Handelsverkehrs gesperrt. Am Sonntag erklärte Trump die Gespräche mit dem Iran in Pakistan für gescheitert und kündigte eine Blockade der Straße von Hormus an. Keine Schiffe sollen die Meerenge passieren dürfen, wenn sie einen iranischen Hafen ansteuern oder verlassen. Die weltweiten Ölpreise sind auf über 100 Dollar pro Barrel geklettert.

Das Bündnissystem der NATO ist extrem unter Druck geraten. Japan, Südkorea, Australien, Kanada und die meisten Länder Westeuropas haben sich geweigert, sich direkt am Krieg zu beteiligen oder zur Öffnung der Straße von Hormus beizutragen. Die amerikanischen Bestände an kritischen Waffensystemen sind stark geschrumpft und das Pentagon räumt ein, dass es Jahre dauern wird, bis sie wieder aufgefüllt sind. Der Iran ist keineswegs unter dem Gewicht der amerikanischen Militärmacht zusammengebrochen, sondern hat gezeigt, dass ein Land, das ein Hundertstel des US-Militärbudgets ausgibt, die größte Volkswirtschaft der Welt weitgehend strategisch lähmen kann, indem es einen einzigen geografischen Engpass als Hebel einsetzt. Die Verhandlungen in Islamabad sind nun nach 21 Stunden gescheitert.

Unter diesen Umständen legt die Times dar, was sie für den Erfolg der nächsten Phase des Krieges als wesentlich erachtet: die Zustimmung des Kongresses, um innenpolitische Legitimität zu schaffen; die Unterstützung der Verbündeten, um den Anschein internationaler Einigkeit wiederherzustellen; eine strategische Planung für die Straße von Hormus; und eine klare Zielsetzung zur Beendigung des iranischen Atomprogramms.

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