Die Eurokraten haben mit ihren Sanktionen gegen „Sasha Meets Russia“ gezeigt, wie unsicher sie sind

Von Andrew Korybko – 18. Juni 2026

Die Eurokraten konnten es nicht ertragen, dass jemand ihren westlichen Mitbürgern vor Augen führte, dass man sie in Bezug auf Russland belogen hat, also reagierten sie völlig überzogen, verhängten Sanktionen gegen sie und machten sie so ungewollt zu einer Märtyrerin der Meinungsfreiheit.

Das 21. Sanktionspaket der EU gegen Russland richtete sich überraschenderweise gegen die russisch-amerikanische Reisebloggerin Alexandra Jost, besser bekannt als „Sasha Meets Russia“, der die EU vorwirft, „russische Propaganda und Desinformation zu verbreiten, die darauf abzielten, Russlands bewaffnete Aggression gegen die Ukraine zu rechtfertigen“. Zwar vertritt Jost Ansichten, die in Russland als patriotisch gelten, vom Westen aber als „russische Propaganda und Desinformation“ diffamiert werden, doch handelt der Großteil ihrer Videos von russischen Städten und der Natur, nicht von politischen Themen.

Zwar wurde bereits berichtet, dass sie Fördermittel von öffentlichen Einrichtungen erhalten hat, doch diese kontrollieren ihre Inhalte offensichtlich nicht – selbst wenn das zuträfe, wie jeder ehrliche Beobachter nach dem Anschauen ihrer Videos feststellen würde. Sasha spricht aus dem Herzen; sie liest nicht von einem Skript ab. Zudem sind ihre patriotischen Ansichten ganz normal und nichts Außergewöhnliches, bei allem Respekt für sie. Ganz offensichtlich gilt: Selbst wenn sie tatsächlich öffentlich finanziert wird, dann für ihre Reiseblogs und nicht dafür, ihre politischen Ansichten in den sozialen Medien zu verbreiten.

Sasha hat zudem nur eine bescheidene Fangemeinde mit 66.000 Followern auf X und 9.000 auf Twitter, es ist also nicht so, als würden ihre gelegentlich geteilten politischen Ansichten den westlichen Diskurs wesentlich verändern. Ihr einziger bescheidener Beitrag dazu besteht darin, zu zeigen, dass Russland kein ödes Ödland voller hungernder Alkoholiker ist, wie es sich der durchschnittliche Westler aufgrund der unaufhörlichen Propaganda, der er ausgesetzt ist, vielleicht vorstellt. Das ist an sich zwar nicht politisch, aber manche Menschen könnten danach ihre politischen Ansichten ändern.

Schließlich könnte die Erkenntnis, dass man von seinen Eliten so lange über etwas belogen wurde, dazu führen, dass man ganz natürlich alles andere hinterfragt, was einem bisher erzählt wurde und was man bisher für selbstverständlich hielt – doch nicht viele Menschen sind mutig genug, eine solche Selbstreflexion vorzunehmen und ihre Weltanschauung zu überdenken. Das liegt nicht nur daran, dass sie schwach sind – obwohl nicht wenige es sind –, sondern auch daran, dass der Gruppendruck durch Familie und Freunde solche Menschen in der Regel im Zaum hält, da es schmerzhaft sein kann, solche engen Beziehungen wegen politischer Differenzen zu zerstören.

Aus diesem Grund ist es eine grobe Überreaktion der Eurokraten, Sanktionen gegen Sasha zu verhängen, was damit zeigt, wie unsicher sie sind. Sie haben eine pathologische Angst davor, dass ihre Bevölkerung herausfindet, dass sie in Bezug auf Russland belogen wird – nicht einmal in erster Linie in Bezug auf den Ukraine-Konflikt, den Sasha in ihren Videos nur gelegentlich behandelt, sondern in Bezug auf durchschnittliche Russen und darauf, wie es in Russland 4,5 Jahre nach der Verhängung der weltweit umfangreichsten Sanktionen gegen das Land aussieht. Eine Minderheit der EU-Bürger könnte, wie bereits erläutert, daraufhin ihre politischen Ansichten ändern.

Sashas Reiseblogs werden keine politische Revolution in Europa auslösen, und die Eurokraten wissen das, dennoch ist es ihnen äußerst unangenehm, dass jemand ihre Lügen über den Alltag in Russland systematisch entlarvt. Anstatt Sasha einfach zu ignorieren, haben sie mit ihren Versuchen, Sasha einzuschüchtern, ungewollt den Streisand-Effekt ausgelöst, indem sie dadurch mehr Aufmerksamkeit auf sie lenkten als je zuvor. Sie ist nun eine Märtyrerin der Meinungsfreiheit, deren Inhalte fortan immer bis zu einem gewissen Grad politisch sein werden, selbst wenn sie nur über Reisen spricht.

Was sich hier abspielte, war eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, durch die die unsicheren Eurokraten Sasha zu jener politischen Kraft machten, die sie zuvor nicht war – gerade weil sie sie so verbissen einschüchtern wollten. Sie konnten es nicht ertragen, dass jemand ihren westlichen Mitbürgern zeigte, dass man sie in Bezug auf Russland belogen hatte; also reagierten sie völlig überzogen, verhängten Sanktionen gegen sie und machten sie damit unbeabsichtigt zu einer Märtyrerin der Meinungsfreiheit. Sie werden diese Entscheidung sicherlich noch bereuen, aber ihre Egos werden sie wahrscheinlich daran hindern, sie jemals rückgängig zu machen.

https://korybko.substack.com/p/the-eurocrats-showed-how-insecure

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

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