Von Eckart Leiser – 18. April 2026

Es ist schon ein besonderes Gefühl, sich in einem Land wie Spanien als Deutscher zu identifizieren: Pedro Sánchez, spanischer Regierungschef, hatte schon vor Monaten das israelische Massaker unter der Zivilbevölkerung des Gaza-Streifens „Genozid“ genannt, während für den deutschen Kanzler Friedrich Merz das Wort „wegen der juristischen Komplexität des Problems“ bis heute „tabu“ ist. Auch der Überfall der USA auf Venezuela zwecks Kidnapping des Präsidenten Nicolás Maduro ist bis heute „wegen der juristischen Komplexität des Problems“ nicht kritisiert, geschweige denn verurteilt worden.
Die Übergriffe, Ermordungen und Vertreibungen von Palästinensern durch jüdische Siedler in den besetzten Gebieten – vor den Augen der israelischen Militärs und Sicherheitskräfte – und die Errichtung von 22 neuen illegalen Siedlungen werden von Herrn Wadephul, deutscher Außenminister, mit milden Ermahnungen begleitet. Und den brutalen Angriff Israels auf den Iran im letzten Sommer kommentiert der deutsche Kanzler mit dem Satz: „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.“
Und was den mit wirren und wechselnden Rechtfertigungen begleiteten aktuellen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran betrifft, äußert die Bundesregierung immerhin ihre Besorgnis wegen des Massakrierens von 180 Schulmädchen in Minab durch eine US-amerikanische Tomahawk-Rakete. Dabei vertraut die deutsche Regierung aber auf die Zusage von Donald Trump, diesen Massenmord zu untersuchen (genauso wie sie seit Jahren auf Hunderte von Zusagen der israelischen Regierung zur Untersuchung der IDF-Massaker an Palästinensern vertraut, Untersuchungen, von denen man dann nichts mehr hört und die noch nie zu einer Verurteilung der Täter geführt haben). Zu den bisher laut WHO circa 2400 zivilen Opfern im Iran kein Wort, dafür zirkulieren in den deutschen Medien ständig wachsende Zahlen zu den Opfern der Massenproteste im Iran im Januar. Gerade wurde sie von Donald Trump von 5000 Todesopfern (UNO-Sonderberichterstatterin Mai Sato) auf 42.000 heraufgesetzt (bei den „friedlichen“ Protesten sind nebenbei gesagt nach HRANA auch 207 „Sicherheitskräfte“ getötet worden).