Von Andrew Korybko – 2. September 2026

Der Anschlag von Leipzig diente offensichtlich dem Zweck, die Umstellung der deutschen Wirtschaft auf Kriegswirtschaft zu rechtfertigen, von den daraus resultierenden Problemen abzulenken und eine künftige ernsthafte Eskalation gegen Russland vorab zu legitimieren.
Deutschland beschuldigte Russland für den Vorfall im letzten Monat in Leipzig, als eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf dem Rollfeld in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge gefunden wurde, eine weitere Berichten zufolge bei einem Landeversuch mit einem anderen Frachtflugzeug kollidierte, aber nicht explodierte, und eine dritte später in der Nähe des Geländes entdeckt wurde. Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilte diese Behauptung, äußerte die Meinung, dass es sich um eine False-Flag-Aktion gehandelt habe, da Beweise platziert worden seien, und spekulierte, dass das dahinterstehende Motiv Angstmacherei bezüglich Russland sei.
Skeptiker mögen vielleicht mit den Augen rollen. Doch der Vorfall in Leipzig weist alle Anzeichen einer False-Flag-Operation auf. Zunächst einmal unterstellt Deutschland Russland eine geradezu cartoonhafte Inkompetenz. Die Öffentlichkeit soll glauben, dass die weltweit erfahrensten Drohnenpiloten, die mit dem wohl sensationellsten „Hybridkrieg“-Angriff auf die NATO aller Zeiten beauftragt gewesen seien, eine Drohne auf dem Rollfeld zurückgelassen haben, Pech hatten, als eine andere Drohne nach dem Aufprall auf ein landendes Frachtflugzeug nicht explodierte, und eine weitere in der Nähe zurückließen. Das ist schwer zu glauben.
Der zweite Punkt, der für Putins Hypothese spricht, ist, dass im letzten Herbst etwas Ähnliches passierte, als unbekannte Drohnen große Flughäfen in Skandinavien dazu zwangen, alle Flüge vorübergehend einzustellen. Selenskyj beschuldigte erwartungsgemäß Russland und forderte die Schließung der dänischen Meerengen für dessen Schifffahrt. Wie beim Vorfall in Leipzig wurden nie Beweise zur Unterstützung dieser Behauptung vorgelegt, aber sie diente als Präzedenzfall, um Russland für mysteriöse Drohnenvorfälle in Europa verantwortlich zu machen und weitere Eskalationen gegen das Land zu rechtfertigen.
Während Selenskyjs seinerzeit vorgeschlagene Eskalation letztlich nie verwirklicht wurde (höchstwahrscheinlich, um einen heißen NATO-Russland-Krieg zu vermeiden), könnte auf den Vorfall in Leipzig nun jedwede Form von Eskalation erfolgen.
Hier wurde Ende August argumentiert, dass die NATO von einer ernsthaften Eskalation mit Russland mehr zu gewinnen hätte als umgekehrt; dies könnte in Form einer unbefristeten Wiederaufnahme der gescheiterten großangelegten Drohnenkampagne dieses Sommers gegen Russland geschehen. Mit dem Ziel, dessen Deindustrialisierung und Demilitarisierung voranzutreiben. Ein solcher Versuch könnte im nächsten Jahr unternommen werden.
Beobachter sollten bedenken, dass Deutschland, das mittlerweile hinter den USA der zweitwichtigste militärische Unterstützer der Ukraine ist, im Frühjahr eine Vereinbarung zur Entwicklung der Tiefschlagfähigkeiten der Ukraine getroffen hat. Auch die deutsche Wirtschaft rüstet sich für den Krieg, da Deutschland im Hinblick auf sein Ziel, Europas größte Armee zu stellen, rasch remilitarisiert – im Vorgriff auf die Prognose der EU, dass es um das Jahr 2030 zu einem möglichen Krieg mit Russland kommen könnte. Dies hat sich bei den Wählern jedoch als unpopulär erwiesen, weshalb es notwendig wurde, dies nun mit dem Vorfall in Leipzig zu rechtfertigen.
Um die Erklärung zu Putins False-Flag-Hypothese zusammenzufassen: Der russische Drohnen-Schreck in Skandinavien im letzten Herbst diente als Vorwand, um dem Kreml ohne Beweise die Schuld an zukünftigen derartigen Vorfällen zu geben, was Deutschland nun mit dem Leipziger Vorfall getan hat. Das Narrativ von der Inkompetenz der russischen Drohnenbediener ist jedoch schwer zu glauben, wird aber dennoch verbreitet, um die Umstellung der deutschen Wirtschaft auf Kriegswirtschaft zu rechtfertigen, von den daraus resultierenden Problemen abzulenken und eine zukünftige ernsthafte Eskalation gegen Russland zu legitimieren. Eine solche könnte, wie bereits erwähnt, darin bestehen, die gescheiterte Drohnenkampagne gegen Russland vom Sommer in großem Umfang auf unbestimmte Zeit wieder aufzunehmen, um dessen Deindustrialisierung und Demilitarisierung voranzutreiben.
Ein solches Vorgehen birgt jedoch die Gefahr, dass gemäß der aktualisierten Doktrin Russlands die nukleare Schwelle überschritten wird. Zumindest würde Putin erneut eine vorsichtige „Eskalation zur Deeskalation“ gegenüber der Ukraine vornehmen, doch es besteht immer die Gefahr, dass alles außer Kontrolle gerät. Daher wäre es für Deutschland am besten, eine Eskalation überhaupt zu vermeiden, so wie es die skandinavischen Staaten letztendlich getan haben.
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[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert .