Der Versuch der USA, die Insel Kharg zu erobern, wäre das ultimative Risiko

Von Andrew Korybko – 24. März 2026

Die USA werden den Dritten Golfkrieg verloren haben, sollte China weiterhin auf den Iran als zuverlässigen, kostengünstigen Energielieferanten zählen und gleichzeitig den Yuan zu einer globalen Reservewährung machen können, die in Konkurrenz zum Petrodollar tritt.

Trump gab am Montag bekannt, dass er die Frist für den Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus – unter Androhung der Zerstörung seiner Energieinfrastruktur – bis Freitag verlängert habe; diese Frist sollte eigentlich am selben Tag ablaufen, wurde aber aufgrund angeblich fruchtbarer Gespräche mit nicht namentlich genannten Mitgliedern der iranischen Führung verlängert. Er erklärte zudem, dass die Wasserstraße nach Beendigung des Konflikts im Rahmen eines Abkommens gemeinsam von ihm und dem Ayatollah kontrolliert werden solle. Der Iran bestritt, dass überhaupt Gespräche stattgefunden hätten, selbst indirekt über Vermittlung, sodass unklar ist, ob dies überhaupt geschehen ist.

Am Tag vor Trumps Ankündigung kam The Economist zu dem Schluss, dass „Donald Trump vier schlechte Optionen für den Krieg im Iran hat“: reden, abziehen, weitermachen oder eskalieren. Hier wurde jedoch argumentiert, dass „aus der Perspektive der Interessen von Trump 2.0 Gespräche und eine Eskalation die relativ am wenigsten schlechten Optionen sind – erstere, wenn man seine Interessen für bare Münze nimmt, und letztere, wenn hintergründige Absichten im Spiel sind“. Es geht darum, entweder die Weltordnung aufrechtzuerhalten oder sie durch die wahrscheinliche Zerstörung der gesamten Energieinfrastruktur am Golf radikal zu verändern.

Trump 2.0 könnte sich für die erste Option entscheiden, aus Angst vor den möglichen Gegenreaktionen, die auf die zweite folgen könnten – auch wenn es einige Zeit dauern würde, bis diese eintreten –, doch es gibt zwei US-Ziele, die in jedem Fall erreicht werden müssen, da es sonst nahezu unmöglich wäre, den Ausgang überzeugend als Sieg darzustellen. Diese sind die Erlangung der indirekten Kontrolle über die iranischen Energieexporte, um entweder China von den 13,4 Prozent seiner Ölimporte auf dem Seeweg (laut Statistiken des letzten Jahres) abzuschneiden oder dies als Druckmittel einzusetzen, sowie die Vereitelung des Petroyuan-Vorschlags, den der Iran kürzlich ins Spiel gebracht hat.

Der Iran könnte sein Raketenprogramm nach der Auffüllung eines Teils seiner Bestände einfrieren und später begrenzen sowie sein gesamtes hochangereichertes Uran an Russland abgeben; doch wenn China weiterhin auf den Iran als zuverlässigen, kostengünstigen Energielieferanten zählen kann, während es den Yuan zu einer globalen Reservewährung macht, hätten die USA verloren. Sollte der Iran den oben genannten Forderungen der USA, die im Grunde auf eine Nachahmung des venezolanischen Modells der „Regime-Anpassung“ (möglicherweise mit dem Parlamentspräsidenten) hinauslaufen, weiterhin nicht zustiommen, könnten die USA versuchen, die Insel Kharg zu erobern.

Die New York Times berichtete kürzlich darüber, wie sich dies entwickeln könnte, nämlich durch die 82. Luftlandedivision der Armee und/oder die 31. Marine Expeditionary Unit; doch wäre dies das ultimative Risiko, sollte sich Trump 2.0 dazu entschließen, da enorm viel auf dem Spiel steht und potenziell katastrophale Folgen drohen. Einerseits könnten die USA, falls sie Kharg erobern und die Kontrolle darüber behalten, ohne dass der Iran den Standort zerstört, von dem aus der überwiegende Teil seines Öls exportiert wird, diesen als Druckmittel in Verhandlungen nutzen.

So könnte Kharg beispielsweise gemeinsam verwaltet oder (wenn auch erst später) an den Iran zurückgegeben werden, im Austausch dafür, dass dieser Russland sein gesamtes hochangereichertes Uran übergibt, sich bereiterklärt, keine Energie mehr an China zu verkaufen, und seinen Petroyuan-Vorschlag fallen lässt. Eine Lockerung der Sanktionen könnte als eine Form der Wiedergutmachung folgen, wenn auch zunächst nur schrittweise, ebenso wie eine Aufteilung der Steuern auf den Transit durch die gemeinsam von den USA und dem Iran kontrollierte Meerenge. Sollte der Iran Kharg aus Rache zerstören, werden die USA den Rest seiner Energieinfrastruktur vernichten, und der Iran wird die des Golfs zerstören.

Die USA könnten sich vor dem globalen Chaos abschotten, indem sie sich in die westliche Hemisphäre zurückziehen, die sie nach dem Erfolg ihrer „Fortress America“-Strategie in den letzten 15 Monaten nun weitgehend beherrschen, während ihr systemischer Rivale China und alle anderen Akteure in der östlichen Hemisphäre – mit Ausnahme Russlands – darunter litten. Die unmittelbarste Folge für die USA wären die verlorenen Leben ihrer Soldaten, doch die Welt würde sich für immer radikal verändern.

Eine solche unheilvolle Entwicklung könnte in Gang gesetzt werden, sollten die USA das ultimative Risiko eingehen und versuchen, die Insel Kharg zu erobern, und der Iran entsprechend zurückschlagen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

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