Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und die neue Russophobie: eine geplante Rede zum 8. Mai, die nicht gehalten wurde

Von Klaus-Dieter Kolenda – 12. Mai 2026

Das darf nie vergessen werden: Der Plan der Nazi-Schergen war, Leningrad durch Blockierung der Zugänge auszuhungern – und Hunderttausende Menschen, nicht zuletzt auch Frauen und Kinder, verhungerten tatsächlich. Erst nach über 870 Tagen gelang es der Roten Armee am 27. Januar 1944, die Blockade zu durchbrechen und Leningrad zu befreien. Aber die deutschen – und leider auch die Schweizer Medien – versuchen, solche Ereignisse vergessen zu machen und sie bezeichnen die Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 als „Wendepunkt“ im Zweiten Weltkrieg … (Foto Archiv)

[…] Klaus-Dieter Kolenda[s] hier folgender Bericht hätte eigentlich schon am 8. Mai erscheinen sollen […] Das soll niemanden hindern, ihn jetzt zu lesen, denn was Klaus-Dieter Kolenda hier schreibt, ist nicht an den Tag gebunden. Das Thema ist hochaktuell! (cm)

Der 8. Mai ist als Tag der Befreiung oder auch als Tag des Sieges in einigen europäischen Ländern ein Gedenk- oder Feiertag, an dem als Jahrestag zum 8. Mai 1945 der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht und damit des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa und der Befreiung vom Nationalsozialismus gedacht wird (Fußnote 1). In der früheren Sowjetunion bzw. der Russischen Föderation fand bzw. findet der entsprechende Gedenktag am 9. Mai statt. In der DDR war er von 1950 bis 1967 und im Jahr 1985 (40. Jahrestag) gesetzlicher Feiertag.

Ich habe mich in den letzten Wochen mit einer Rede zum 8. Mai befasst und musste feststellen, dass in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eine große Verunsicherung darüber herrscht, was man an diesem Tag sagen darf und was nicht. Ich vermute, dass ein Grund dafür die einschneidenden persönlichen Sanktionen sind, die von Seiten der EU gegen verschiedene Journalisten und Publizisten (Fußnote 2 und 3) verhängt worden sind. So schrieb mir ein Freund auf meine Frage, was er davon halte, zu Hüseyin Dogru: 

„Er ist einer von drei Deutschen (Thomas Röper, Alina Lipp und er), die auf die EU-Sanktionsliste gesetzt wurden. Was bei Dogru besonders ist, dass er sich im Gegensatz zu Röper und Lipp in Deutschland befindet. Diese Sanktionen treffen ihn also mit voller Härte: Er kann buchstäblich nichts mehr kaufen, weil ihm niemand etwas verkaufen darf (Sanktionsumgehung ist eine Straftat), er kann seine Miete nicht mehr bezahlen usw. Er hat eine Frau und drei Kinder, eines davon wohl im Säuglingsalter. Auch seiner Frau wurden die Konten gesperrt, wobei das Verwaltungsgericht Köln dem wohl einen Riegel vorgeschoben hat (Fußnote 4).“ Diese Tatsachen verbreiten Angst und Schrecken (Fußnote 5).

Ein anderer Freund schrieb mir: „Du hast recht, es ist unglaublich, autoritär, inhuman – und leider wird es immer mehr zum Normalfall (Jacques Baud!). Die Begründung, ‚Dogrus Aktivitäten mit der angeblichen Verbreitung von Narrativen, die den Interessen des russischen Staates entsprechen‘ macht mich hellhörig. Verbreite auch ich russische Narrative, die den Interessen des russischen Staates entsprechen? Daran knüpfen sich Fragen . . .Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen!“

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