Von German-Foreign-Policy.com – 17. Juli 2026

Bei einer weiteren Eskalation des Irankriegs durch die USA drohen die jemenitischen Huthi per Beschuss das Rote Meer zu sperren. Dort liegen aktuell zwei deutsche Kriegsschiffe. Sie könnten dadurch in den Krieg verwickelt werden.
Deutsche Kriegsschiffe in Djibouti an der Einfahrt zum Roten Meer (Bab al Mandab) drohen in eine mögliche neue Eskalation des Irankriegs zu geraten. Iran hat auf die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, zivile Infrastruktur des Landes zu zerstören – so etwa Energieanlagen –, mit der Ankündigung reagiert, dann Energieanlagen in anderen Staaten der Golfregion zu attackieren. Zudem hat es die Huthi im Jemen gebeten, in diesem Fall das Rote Meer per Beschuss genauso für die Schifffahrt zu sperren wie die Straße von Hormuz. Dies hatten die Huthi bereits in der Vergangenheit annähernd getan. In Djibouti und damit am Roten Meer liegen zur Zeit das Minenjagdboot Fulda und der Tender Mosel, die sich dort für einen etwaigen Marineeinsatz zur Minenräumung in der Straße von Hormuz bereithalten. Greifen die Huthi wirklich erneut Handelsschiffe an, dann halten Schifffahrtskreise es für denkbar, dass die in Djibouti liegenden europäischen Kriegsschiffe sich in die EU-Operation EUNAVFOR Aspides integrieren, um die Huthi-Attacken zu stoppen. Die US-Drohungen resultieren dabei daraus, dass Trumps jüngste Kriegseskalation Washington erhebliche Nachteile einbrockt.
Neue Angriffswellen
Hintergrund der jüngsten Eskalation des Irankriegs ist der Streit um die Kontrolle über die Straße von Hormuz. In der „Absichtserklärung von Islamabad“, die am 12. Juni fertiggestellt und wenige Tage später unterzeichnet wurde, heißt es dazu, Iran werde „die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen … gewährleisten“ – für 60 Tage „ohne Gebühren“; im Blick auf die Zeit danach solle Iran einen „Dialog“ mit Oman führen, einem Anrainer der Südküste der Straße von Hormuz.[1] US-Präsident Donald Trump hat die Absichtserklärung zwar unterzeichnet, ist aber offenkundig nicht gewillt, sich an die Bestimmungen zu halten, und hat immer wieder Handelsschiffe von US-Kriegsschiffen durch die Meerenge geleiten lassen oder sie angestachelt, sie eigenständig ohne iranische Genehmigung zu passieren. Iran hat mehrfach mit dem Beschuss dieser Schiffe reagiert, genau so, wie die US-Streitkräfte Schiffe beschießen, die trotz der nun wieder von den USA verhängten Blockade in iranische Häfen einfahren wollen. Trump nimmt den Beschuss jeweils zum Anlass, neue Angriffswellen auf Iran zu befehlen, woraufhin Teheran Gegenangriffe auf US-Militärbasen am Persischen Golf und in Jordanien durchführt. Inzwischen haben beide Seiten erklärt, die Absichtserklärung von Islamabad sei aus ihrer Sicht nicht mehr in Kraft.
Krieg unpopulär, Raketenbestände geleert
Für die Trump-Administration ist die Fortsetzung des Krieges durchaus riskant. Nur 27 Prozent aller US-Amerikaner sind der Auffassung, es sei die richtige Entscheidung gewesen, Iran anzugreifen; eine klare Mehrheit von ihnen gehört zum harten Kern der MAGA-Strömung.[2] Dies ist für die Zwischenwahlen, die in weniger als vier Monaten durchgeführt werden, ebenso relevant wie die Tatsache, dass der Preis für Benzin und Diesel in den USA erneut steigt. Mittlerweile gehen 79 Prozent der US-Amerikaner davon aus, der Krieg werde noch längere Zeit andauern; das ist genau das Gegenteil dessen, was Trump noch im Wahlkampf versprochen hatte.[3] Warnungen kommen außerdem von Militärexperten, die darauf hinweisen, dass die Bestände an Angriffs- wie an Abwehrraketen bereits in den ersten 40 Tagen des Krieges um ein Drittel bis die Hälfte dezimiert wurden.[4] Werde der Krieg so weitergeführt wie in den vergangenen Tagen, dann werde dies die Bestände so stark leeren, dass hinsichtlich der Konflikte nicht nur mit China, sondern auch mit Nordkorea „ein neues, höheres Risikoniveau“ erreicht werde, warnte am Sonntag der Ex-Oberst des Marine Corps und heutige Experte des Washingtoner Center for Strategic and International St