US-Zwischenwahlen: Wirtschaftskrise, Weltkrieg und Streben nach Diktatur

Von Joseph Kishore – 2. November 2026

Die Stimmabgabe zur US-Zwischenwahl endet am kommenden Dienstag. Die Wahlen finden unter Bedingungen statt, bei denen die objektiven Faktoren, welche die amerikanische Politik bestimmen werden – ganz gleich, wer die Kontrolle über den Kongress übernimmt – vollständig aus dem Wahlkampf ausgeklammert sind. Drei miteinander verknüpfte Prozesse werden die Zeit nach der Wahl prägen.

Erstens die Wirtschaftskrise. Diese Woche gab es die bislang deutlichsten Anzeichen dafür, dass die Spekulationsblase, auf der der amerikanische Kapitalismus ruht, zu platzen beginnt. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, verlor an einem einzigen Tag einen Rekord von 482 Milliarden Dollar an Marktwert, nachdem das Unternehmen ein Defizit beim freien Cashflow von rund 9 Milliarden Dollar gemeldet hatte – verursacht durch Ausgaben für KI. Am Freitag fiel der Nasdaq um 2,86 Prozent. Intel stürzte um 28,6 Prozent ab, und der Chip-Index sank um 7,2 Prozent, was einem Monatsverlust von mehr als 15 Prozent entspricht.

Die Spekulationsblase ist Ausdruck einer langwierigen Krise des amerikanischen Kapitalismus, der nun in eine neue Phase eintritt. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe liegt bei fast 4,9 Prozent, die Staatsverschuldung hat die 40-Billionen-Dollar-Marke überschritten, die globale Position des Dollars ist zunehmend bedroht, und die Federal Reserve diskutiert weitere Zinserhöhungen.

Der Zusammenbruch dieses Kartenhauses wird unabsehbare Folgen haben. Unabhängig von ihren taktischen Differenzen werden beide Parteien – wie schon 2008 – mit einer massiven Rettungsaktion für die Finanzoligarchie reagieren, welche die Arbeiterklasse dann bezahlen soll.

Zweitens der eskalierende globale Krieg. Die Regierung hat ihre Pläne, den Krieg gegen den Iran auszuweiten, bis zur Auszählung der Stimmen verschoben. Laut Axios bereiten US-amerikanische und israelische Regierungsvertreter ein einwöchiges Bombardement gegen die iranische Führung, Nuklearanlagen, Energieanlagen und Infrastruktur vor, das nach dem 3. November beginnen soll. Washington hat den Regierungen in der Region mitgeteilt, sich auf iranische Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten.

Gleichzeitig entwickelt sich der Krieg gegen Russland in der Ukraine zu einer direkten Konfrontation zwischen Atommächten. Im September warnte Russland, man sei bereit, „das gesamte Arsenal, einschließlich Atomwaffen“, einzusetzen, sollte die NATO versuchen, Kaliningrad zu isolieren. Am 18. Oktober griff die Ukraine Russland mit mehr als 1.000 Drohnen an. Die europäischen Mächte eskalieren den Konflikt, und das Hauptziel der Demokratischen Partei in den USA ist es, sicherzustellen, dass der amerikanische Imperialismus die führende Rolle in einem Krieg gegen Russland spielt.

Drittens die Zunahme sozialer Wut und des Klassenkampfs. In Europa ist er bereits ausgebrochen. In Frankreich sind seit sechs Wochen hunderttausende Arbeiter und Studierende auf den Straßen gegen Kürzungen im Bildungsbereich und die explodierenden Lebenshaltungskosten. Die Bewegung hat sich über den ganzen Kontinent ausgebreitet.

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