Linke-Spitze billigt Angriff auf Friedensdemo

Von Rüdiger Göbel – 5. Oktober 2026

Vermummte stürmen in Stuttgart die Bühne und bedrängen die BSW-Politikerin Sevim Dagdelen. Das Linke-Bundesvorstandsmitglied Mersedeh Ghazaei rechtfertigt die Gewaltattacke, die Angreifer inszenieren sich als „Antifaschisten“. Das darf nicht durchgehen – wehret den Anfängen!

Es ist ein Vorgang, der tief blicken lässt: Auf der großen Friedenskundgebung in Stuttgart am 3. Oktober wird eine Rednerin von vermummten Aktivisten angegriffen – und ein Mitglied des Bundesvorstands der Partei Die Linke rechtfertigt anschließend öffentlich genau diesen Überfall.

In Stuttgart und Berlin haben sich am Samstag nach Angaben des Veranstalterkreises mehr als 30.000 Menschen unter dem Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!“ versammelt. Mehr als 300 Organisationen unterstützten die Demonstrationen, die friedlich verlaufen waren – bis zur Abschlusskundgebung in Stuttgart.

Dort sollte Sevim Dagdelen sprechen. Die frühere Bundestagsabgeordnete und heutige BSW-Politikerin, Mitglied im Bundesvorstand der Antikriegspartei, gehört seit Jahren zu den profiliertesten Kritikerinnen von NATO, Aufrüstungswahnsinn und Krieg.

Als sie in Baden-Württembergs Landeshauptstadt auf die Bühne gebeten wird, setzt eine Gruppe schwarzgekleideter und teilweise vermummter Aktivisten zu massiven Störungen an. Offensichtlich mit dem Ziel, die Antikriegsrede zu unterbinden. Mehrere Vermummte drängen in Richtung Bühne und attackieren die Ordner der Friedensbewegung. Ein Angreifer durchbricht die Absperrung, stürmt die Bühne und geht auf Sevim Dagdelen zu. Zur Erinnerung: Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag 2025 stand die streitbare Abgeordnete bei öffentlichen Auftritten unter Personenschutz des BKA, angefeindet von Faschisten, Islamisten mitsamt der Erdogan-Regierung in der Türkei. Mittlerweile muss wohl die „Antifa“ zu den Gefährdern der Politikerin gezählt werden.

Das zügige Eingreifen der Stuttgarter Polizei verhindert am 3. Oktober offensichtlich Schlimmeres. Insgesamt werden im Zusammenhang mit dem Vorfall drei Personen vorläufig festgenommen. Gegen sie wird wegen möglicher Straftaten ermittelt. Die Polizei hat beim Zurückdrängen weiterer Störer Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt. Dabei sind offensichtlich auch Ordnungskräfte der Friedenskundgebung sowie der Versammlungsleiter in Mitleidenschaft gezogen worden – verantwortlich zu machen sind hierfür in erster Linie die Angreifer auf die Friedenskundgebung.

Für Dagdelen war die Situation mehr als brenzlig. „Es wirkte schon bedrohlich“, wird sie anschließend in der Stuttgarter Zeitung zitiert. Zu dem Angriff hat sich mittlerweile das „Offene Treffen gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart“ bekannt. Die Gruppe unterstellt, das BSW sei „Steigbügelhalter“ der Rechten und verhelfe der AfD in Sachsen-Anhalt zur Macht. Der gewaltsame Vorstoß auf die Bühne wird als „antifaschistische Intervention“ verharmlost. Der Zusammenschluss ist Teil des Bündnisses „No War Stuttgart“.

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