Von Thomas Röper – 17. September 2026
Seit Wochen kann die Ukraine keine russischen Raketen mehr abfangen, weil ihr die nötigen Abfangraketen fehlen. Ersatz ist nicht in Sicht und der Winter steht vor der Tür, während Russland nun ungehindert auf alles in der Ukraine schießen kann, worauf es möchte.

Zum Verständnis beginne ich diesen Artikel mit der Information, dass es verschiedene Arten vom Luftabwehr gegen verschiedene Angriffssysteme gibt. Wenn es in diesem Artikel also darum geht, dass der Ukraine Luftabwehr gegen ballistische Raketen fehlt, dann bedeutet das nicht, dass die Ukraine gar keine Luftabwehr mehr hat.
Die Ukraine hat zum Beispiel recht gut gelernt, die Propeller angetriebenen russischen Drohnen abzufangen. Die Ukraine hat Systeme für kurze Reichweite, mit denen sie auch auf anfliegende Raketen schießen kann. Aber sie hat praktisch keine Patriot-Raketen mehr, die eine Reichweite von 160 Kilometer haben und damit recht große Gebiete schützen können und gegen ballistische Raketen wirksam sind.
Zum Vergleich: Die deutsche Entwicklung Iris-T, die der Ukraine auch geliefert wurde, ist ein durchaus gutes System, wurde aber ursprünglich für den Luftkampf zwischen Kampfjets entwickelt und hat daher eine recht geringe Reichweite von nur 25 Kilometer. Sie kann die amerikanischen Patriots also nicht ersetzen.
Dass die Ukraine keine Patriot-Raketen mehr hat, beherrscht in der Ukraine seit Wochen die Meldungen, denn die russischen Raketen kommen nun ungehindert durch und können jedes Ziel angreifen, das sie angreifen wollen. Nachdem die Ukraine es für eine gute Idee gehalten hat, in Russland Raffinerien, zivile Lagerhäuser und andere Ziele anzugreifen, deren Beschädigung das Leben der normalen Russen beeinträchtigt, hat das russische Militär entsprechend reagiert und greift in der Ukraine ebenfalls solche Ziele an – nur eben weitaus wirkmächtiger, als die Ukraine es kann.
Im Ergebnis ist der Hafen von Odessa derzeit nicht mehr nutzbar, was sowohl ein schwerer Schlag für die Reste der ukrainischen Wirtschaft ist, die nun nichts mehr über die See exportieren und importieren kann, als auch für das Militär, denn natürlich wurden über den Hafen von Odessa auch westliche Waffen angeliefert.
Außerdem hat Russland die ukrainische Benzinversorgung schwer getroffen, indem nicht nur Treibstofflager, sondern sogar Tankstellen bombardiert wurden, was natürlich auch die Treibstoffversorgung der ukrainischen Streitkräfte behindert. Und Russland hat als Antwort auf die ukrainischen Angriffe auf die Lager des russischen Online-Händlers Wildberries in der Ukraine Lagerhäuser bombardiert, weshalb es in der Ukraine in vielen Supermärkten bereits leere Regale und Beschränkungen für den Kauf von Lebensmitteln gibt. In Kiew wird schon ernsthaft über eine Evakuierung der Stadt nachgedacht, weil die Gefahr besteht, dass sie im Winter nicht „nur“ ohne Strom und Heizung bleiben könnte, sondern auch noch ohne ausreichend Lebensmittel in den Geschäften.
In den letzten Wochen habe ich die Meldungen über die verzweifelte Suche der Europäer nach Patriot-Raketen für Kiew gesammelt und will diese Chronologie hier nun zeigen.