Die vielen Kräfte hinter unserem Klima

Von Uwe Froschauer – 1. September 2026

Sonne, Symbolbild für Klimawandel
Peter O’Connor aka anemoneprojectorsCC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Welche Faktoren bestimmen das Klima?

Fortsetzung der Artikel vom 3. August 2026, 17. August 2026 und 25. August 2026. Sie finden den ersten Teil hier. Der zweite Teil ist hier zu finden. Der dritte Teil ist hier zu finden.

Nun stellt sich die nächste Frage: Warum verändert sich das Klima?

In der öffentlichen Debatte entsteht meist der Eindruck, als gäbe es auf diese Frage eine einfache Antwort. Für viele ist sie inzwischen auf ein einziges Molekül reduziert: Kohlendioxid.

Das Klimasystem der Erde ist kein einfaches Ursache-Wirkungs-System. Es ist ein hochkomplexes Netzwerk natürlicher Prozesse. Es wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die sich gegenseitig verstärken, abschwächen oder überlagern können. Die nachfolgenden Abschnitte stellen die wichtigsten natürlichen Einflussgrößen vor. Sie machen deutlich, wie komplex das Klimasystem tatsächlich ist und weshalb einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge ihm nur selten gerecht werden. Auffallend ist, wie stark sich die öffentliche und politische Klimadebatte auf einen einzigen Faktor konzentriert: Kohlendioxid. Das bedeutet nicht, dass CO₂ keine klimatische Wirkung besitzt. Die Frage ist vielmehr, wie groß sein Einfluss im Zusammenspiel mit all den anderen Faktoren tatsächlich ist und welche politischen Schlussfolgerungen daraus gerechtfertigt sind. Dass mit der Beantwortung dieser Fragen inzwischen gewaltige wirtschaftliche und politische Interessen verbunden sind, sollte dabei ebenfalls nicht ausgeblendet werden. Darauf werde ich später noch zurückkommen.

Die Sonne – der Motor unseres Klimas

Ohne die Sonne gäbe es auf der Erde kein Leben. Sie liefert nahezu die gesamte Energie, die unser Klimasystem antreibt. Jeder Wind, jede Meeresströmung, jede Verdunstung und jeder Wasserkreislauf sind letztlich Folgen der Sonnenenergie.

An der Grenze zum Weltraum – noch bevor die Sonnenstrahlen in die Erdatmosphäre eintreten – treffen im Mittel rund 1.361 Watt Sonnenleistung auf jeden Quadratmeter, der der Sonne direkt zugewandt ist. Erst beim Durchgang durch die Atmosphäre wird ein Teil dieser Energie von Wolken, Wasserdampf und anderen Bestandteilen der Luft reflektiert oder absorbiert, sodass die Erdoberfläche deutlich weniger Sonnenenergie erreicht. 1.361 Watt entsprechen ungefähr der Leistung eines kräftigen Heizlüfters oder gut 13 einhundert Watt-Glühbirnen – und zwar auf jedem einzelnen Quadratmeter. Ein Teil dieser Energie wird von Wolken, Eisflächen und hellen Oberflächen wieder ins Weltall reflektiert. Der übrige Teil erwärmt Land und Meere, lässt Wasser verdunsten, treibt Winde an und setzt den gesamten Wasserkreislauf in Gang. Nahezu jedes Wetterereignis auf der Erde geht letztlich auf diese Energiequelle zurück.

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