Sind schon Autonome Kampfdrohnen im Ukraine-Krieg im Einsatz?

Von Florian Rötzer – 30. August 2026

Molniya-2-Drohne. Bild: oboronka.mezha.ua

Russland und die Ukraine sollen bereits autonome KI-gestützte Kampfdrohnen einsetzen. Wie die NYT berichtet, starben am 6. Juli drei ukrainische Zivilisten bei einem missglückten Angriff einer autonomen Molniya-Drohne, die in einem Schwarm mit einigen anderen Drohnen flog, auf eine Tankstelle. Beim Anflug auf die Tankstelle prallte die Drohne auf eine Mauer, explodierte und tötete so die drei Menschen, die zum Kollateralschaden wurden.

Dass es sich um eine autonome Drohne handelte, was hier erstmals dokumentiert worden sein soll, soll sich daran zeigen, dass sie weder eine Antenne noch ein Glasfaserkabel besaß, aber mit einem seit 2023 auf dem Markt erhältlichen Jetson Orin-Chip des amerikanischen Konzerns Nvidia ausgestattet war. Den würde man nicht benötigen, wenn der Flug der Drohne vorprogrammiert ist, sondern wenn sie gelernte Ziele autonom suchen und angreifen soll.

Die Minicomputer kann man überall für ein paar Hundert Euro kaufen, sie unterliegen keinem Exportverbot und ermöglichen eine lokale KI-Nutzung, da keine Anbindung an die Cloud notwendig ist und der Energiebedarf niedrig ist. Nvidia beteuert, das Modul nicht nach Russland direkt zu verkaufen, aber die Russen können über Reseller die Chips ohne Probleme einkaufen. Mit dem relativ kleinen Jetson-Orin können Bildverarbeitung, Steuerung von Robotern und maschinelles Lernen realisiert werden.

Vor kurzem berichtete der ukrainische Militärgeheimdienst, dass auch ein russischer Marschflugkörper S-71 “Monochrome“ einen Jetson Orin-Rechner enthielt, mit dem er wahrscheinlich autonom sein Ziel suchte.  S-71M „Monochrome“ kann von einer Su-57 oder von einer S-70 Okhotnik-Drohne abgeschossen werden, hat eine Reichweite von bis zu 300 km und führt eine 250kg-Bombe mit sich.

Die Molniya-Drohne, von der die NYT berichtet, soll „vollständig von KI gesteuert“ gewesen sein. Die russischen Truppen setzen die billigen Molniya-FPV-Drohnen, die nur ein paar hundert Euro kosten, mit einer Reichweite um die 30 km und einer Geschwindigkeit bis zu 90 km/h massenhaft und in Schwärmen an der Front ein. Sie dienen als Kamikaze-Drohnen oder können auch kleinere Quadcopter-Drohnen näher an die Angriffsziele bringen. Angeblich werden von den Russen im Monat bis zu 50.000 Molniya-Drohnen eingesetzt. Ebenso wie die Ukraine wird die Drohnenabwehr durch die schiere Zahl überwältigt. Auch wenn 90 Prozent abgewehrt oder abgeschossen werden können, können noch 10 Prozent an ihr Ziel gelangen. Schon länger wird gesagt, dass einige der Drohnen mit KI ausgerüstet sind und autonom fliegen würden.

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