Von Thomas Röper – 14. August 2026

Die Ukraine hat das Schwarze Meer zum Kriegsschauplatz gemacht, indem sie seit Monaten wahllos Handelsschiffe angreift. Der Spiegel berichtet seinen Lesern nun, Russland lehne eine Waffenruhe im Schwarzen Meer ab, was eine Verdrehung von Ursache und Wirkung ist.
Die Ukraine ist Ende letzten Jahres dazu übergegangen, im Schwarzen Meer zivile Handelsschiffe anzugreifen, wobei sie keinerlei Rücksicht auf die Herkunft der Schiffe nimmt. So hat die Ukraine in letzter Zeit sogar türkische Handelsschiffe angegriffen, was in der Türkei für Unmut sorgt, schließlich hat die Türkei immer wieder versucht, in dem Konflikt zu vermitteln und unterhält gute Beziehungen zu Kiew. Der türkische Außenminister telefonierte deswegen am 24. Juli mit seinem ukrainischen Amtskollegen, aber die Ukraine griff auch danach weiterhin türkische Handelsschiffe an.
Die Eskalation im Schwarzen Meer
Auch die USA haben offenbar gegen die ukrainischen Angriffe im Schwarzen Meer protestiert. Den USA geht es um Schiffe und Anlagen, die zum Caspian Pipeline Consortium (CPC) gehören, das kasachisches Öl über den russischen Hafen Noworossijsk exportiert. Dabei handelt es sich weder um russisches Öl noch sind russische Firmen daran beteiligt. Die Aktionäre des CPC sind kasachische Firmen und westliche Ölkonzerne wie beispielsweise Chevron.
Laut ihren eigenen Angaben haben die ukrainischen Streitkräfte im Schwarzen Meer alleine im Juli etwa 200 Handelsschiffe angegriffen, die russische Häfen anliefen. Europäische Politiker, wie beispielsweise Kanzler Merz, lobten dieses Vorgehen der Ukraine ausdrücklich.
Ab dem 11. Juli hat Russland als Reaktion auf die verstärkten ukrainischen Angriffe begonnen, ukrainische Schwarzmeerhäfen massiv zu bombardieren und ebenfalls Schiffe anzugreifen, die ukrainische Häfen anlaufen. Das hat dazu geführt, dass die ukrainischen Schwarzmeerhäfen de facto die Arbeit einstellen mussten, was für die Ukraine ein schmerzhafter Schlag ist, da über die Häfen einerseits westliche Waffen geliefert werden, während über sie andererseits vor allem ukrainisches Getreide exportiert wird, was eine der wenigen verbliebenen Einnahmequellen der Ukraine ist.
Der türkische Außenminister forderte am 8. August in einem Interview „die Einrichtung eines Mechanismus, um die Vereinbarung eines Moratoriums zu ermöglichen“, denn „er Konflikt hat sich auf das gesamte Schwarze Meer ausgeweitet“. Obwohl es die Ukraine ist, die schon letztes Jahr damit begonnen hat, Handelsschiffe anzugreifen, vermeidet die türkische Regierung es, in ihren Erklärungen zu erwähnen, welches Land ihre Schiffe angegriffen hat, sondern fordert in ihren Erklärungen von Russland und der Ukraine einen Stopp der Angriffe.
Unter dem wachsenden Druck hat Kiew nun versucht, propagandistisch die Initiative zu ergreifen und Russland laut Reuters vorgeschlagen, dass beide Seiten die Angriffe auf zivile Ziele im und am Schwarzen Meer einstellen.
Am Freitag wurde Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, nach dem türkischen Vorschlag für ein Moratorium gefragt, und sie antwortete darauf unter anderem, Russland habe „über offizielle Kanäle keine formelle türkische Anfrage erhalten, die die Bedingungen dieser Initiative konkretisiert“. Weiter äußerte sie sich skeptisch zu solchen Vorschlägen, weil die von Kiew und dem Westen immer dann kommen, wenn es für die Ukraine schlecht läuft und sie dringend eine Feuerpause braucht, um ihre Wunden zu lecken. Wörtlich sagte Sacharowa:
„Wir sehen derzeit regelmäßig ungezügelte Terrorangriffe, die die ukrainischen Streitkräfte mit Drohnen auf zivile Schiffe von Anrainerländern des Schwarzen Meeres durchführen, die sich mehrmals monatlich ereignen. Wir betrachten diese Angriffe als gezielte Politik zur Destabilisierung der zivilen Schifffahrt im Schwarzmeerraum, mit dem Ziel, die Situation weiter zu eskalieren und den Konflikt zu verlängern – und zwar mit dem offenkundigen Einverständnis der Nachbarn in der Region. Gleichzeitig sehen wir keinerlei Anzeichen einer Besserung der Lage und somit keine Grundlage für Halbheiten, die dem Kiewer Regime lediglich eine vorübergehende Atempause verschaffen.“
Das beliebteste Mittel der westlichen Propaganda
Der Spiegel hat unter der Überschrift „Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine – Moskau lehnt Waffenruhe im Schwarzen Meer ab“ darüber berichtet, wobei er eines der beliebtesten Mittel der westlichen Propaganda benutzt hat. Dieses Mittel ist es, alle zum Verständnis wichtigen Informationen wegzulassen. Daher erfährt der Spiegel-Leser nicht, dass es die Ukraine war, die die Lage im Schwarzen Meer so stark eskaliert hat und dass Russland erst nach vielen Monaten begonnen hat, mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Folgerichtig beginnt der Spiegel-Artikel mit folgender Einleitung:
„Mitten in der Erntezeit nimmt Russland vermehrt ukrainische Häfen und internationale Getreidefrachter im Schwarzen Meer ins Visier. Nun soll die Ukraine eine Feuerpause vorgeschlagen haben. Moskau sieht dafür keine Grundlage.“
In dem Artikel vertauscht der Spiegel kurzerhand Ursache und Wirkung, denn der Spiegel schreibt:
„Russland greift zur Erntezeit derzeit massiv ukrainische Häfen und auch internationale Frachtschiffe im Schwarzen Meer an, die Getreide exportieren. Die Ukraine hat ihrerseits Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer in den vergangenen Wochen verstärkt.“