Von Barış Demir – 8. August 2026

Am Montag wurde das RoRo-Schiff Nadeschda, das sich im Besitz einer türkischen Reederei befindet, sowie ein weiteres ziviles türkisches Handelsschiff, die Yasar, vor der russischen Hafenstadt Noworossijsk angegriffen.
Die Nadeschda, die laut Berichten frisches Obst und Gemüse von Russland in die Türkei transportierte, hatte eine Besatzung von 22 Mann, darunter 13 türkische Staatsbürger. Die Besatzung wurde in den Hafen von Noworossijsk evakuiert. Mehrere von ihnen wurden verwundet, drei davon schwer. Der Kapitän des Schiffs, Yalçın Şahin, erklärte, das Schiff sei von der Ukraine mit sechs oder sieben Drohnen angegriffen worden.
Am 22. Juli wurde die Reyhan Sari, die mit einer Ladung Kohle aus dem russischen Hafen Taman ausgelaufen war, in internationalen Gewässern getroffen. Zwei der 22 türkischen Besatzungsmitglieder an Bord wurden verwundet; Savaş Çakar, der im Maschinenraum arbeitete, kam ums Leben.
Die ukrainischen Angriffe weit im Inneren Russlands und in internationalen Gewässern, die mit Unterstützung und Geheimdienstdaten der NATO durchgeführt werden, richten sich gegen zivile und wirtschaftliche Infrastruktur wie Häfen, Schiffe und Raffinerien. Der Seehandel im Schwarzen Meer ist eins der zentralen Ziele der jüngsten Eskalation geworden, wodurch auch Drittparteien, allen voran die Türkei, miteinbezogen werden.
Russland reagiert seinerseits auf die ukrainischen Angriffe mit Schlägen auf die Hafenstädte Odessa und Nikolajew (Mykolajiw) sowie ukrainische Schiffe im Schwarzen Meer. Am 3. August gab das russische Verteidigungsministerium bekannt, es habe im Schwarzen Meer zwei Trockenfrachtschiffe getroffen, die angeblich Versorgungsgüter für die ukrainische Armee transportierten, sowie zwei weitere Schiffe, die im Hafen von Nikolajew ihre Ladung löschten. Diese Angriffe sorgen für eine starke Beeinträchtigung des Seehandels.
Laut Sputnik schrieb der Gouverneur der ukrainischen Nationalbank, Andrij Pyschnyj, auf Facebook: „Die Einschränkungen der maritimen Logistik sind sehr deutlich zu spüren, vor allem bei Unternehmen der Realwirtschaft. Daher wird der Export von Waren stark verzögert oder vorübergehend ausgesetzt.“