Von Barry Grey – 2. Juli 2026
Am Dienstag hat US-Präsident Donald Trump seine gesetzlich vorgeschriebene Vermögenserklärung für das Jahr 2025 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass er sein Einkommen im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit mehr als verdreifacht hat – von 622 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf mindestens 2,2 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.
Das Ausmaß von Trumps Selbstbereicherung lässt die großen Korruptionsskandale der amerikanischen Geschichte geradezu harmlos erscheinen. Bei der Teapot-Dome-Affäre der 1920er Jahre, die ein Jahrhundert lang als Inbegriff politischer Kriminalität galt, ging es um Bestechungsgelder in Höhe von rund 400.000 Dollar – umgerechnet etwa 8 Millionen Dollar nach heutigem Wert. Dieses Geld nahm Innenminister Albert Fall dafür an, dass er staatliche Erdölreserven der Marine zur Förderung verpachtete. Fall musste ins Gefängnis.
Vizepräsident Spiro Agnew musste 1973 wegen Schmiergeldzahlungen zurücktreten. Er hatte von Bauunternehmern aus Maryland insgesamt wohl rund 250.000 Dollar kassiert – in bar, übergeben in Briefumschlägen. Nach Trump’schen Maßstäben sind das Peanuts.
Die Finanzoffenlegung liefert einige Hinweise auf die unverhohlene Selbstbereicherung und Korruption, die es dem Immobilienbetrüger und zum US-Präsidenten aufgestiegenen Medienscharlatan ermöglichten, sein Vermögen und das seiner Familie massiv zu vergrößern. Im vergangenen September belief sich das Gesamtvermögen der Familie Trump auf schätzungsweise 10 Milliarden Dollar – es hatte sich seit der Wahl im November 2024 fast verdoppelt. Das Vermögen von Donald Trump Jr. stieg von 50 Millionen Dollar auf 300 Millionen Dollar und das von Eric Trump verzehnfachte sich auf 400 Millionen Dollar.
Im selben Jahr sank der Anteil der Arbeitseinkommen am Volkseinkommen auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Im dritten Quartal 2025 lag die Lohnquote nur noch bei 53,8 Prozent, gegenüber 70 Prozent im Jahr 1947. Für zig Millionen Arbeiter bedeutet das in der Realität Hungerlöhne, unbezahlbar hohe Mieten und Lebenshaltungskosten sowie längere Arbeitszeiten.
Ein Jahreseinkommen von 2,2 Milliarden Dollar entspricht den Einkommen von 37.931 Autoarbeitern in den USA, legt man den vom Bureau of Labor Statistics geschätzten Durchschnittslohn eines Automobilarbeiters bei einer 40-Stunden-Woche zugrunde.
Ein Jahreseinkommen von 2,2 Milliarden Dollar entspricht 251.000 Dollar pro Stunde. Das sind 70 Dollar pro Sekunde – mehr als doppelt so viel, wie ein UAW-Automobilarbeiter in einer Stunde verdient.
Kein Wunder, dass Trump diese Woche bei einer Veranstaltung im Oval Office seine Ablehnung eines Gesetzes zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus verteidigte. Er forderte, dass der Kongress zunächst seinen Plan verabschieden müsse, der auf die Entrechtung von Millionen Wählern der Arbeiterklasse abzielt. Das Wohnungsbaugesetz tat er mit einem gelangweilten „Gähn“ ab.