Von Thomas Röper – 15. Juni 2026
Die Kriegsrhetorik aus Deutschland wird heftiger. Nun hat der Chef der deutschen Luftwaffe im Interview mit britischen Medien Kaliningrad und Petersburg mit massiven Luftangriffen gedroht. In Russland wecken solche Drohungen gerade aus Deutschland Erinnerungen an dunkelsten Tage der deutschen Geschichte.
Führende deutsche Offiziere greifen immer häufiger zu offener Kriegsrhetorik gegen Russland. Das neueste Beispiel in der Reihe ist der Holger Neumann, der Chef der deutschen Luftwaffe, der in einem Interview mit dem britischen Telegraph erklärt hat, bei einem russischen Angriff auf das Gebiet der NATO würde man „jeden Zentimeter” des Bündnisgebiets verteidigen. Außerdem würde die deutsche Luftwaffe verheerende Luftschläge gegen Russland durchführen, so Neumann weiter, und er fügte hinzu, dass in so einem Fall die gesamte deutsche Luftwaffe an die Ostfront verlegt würde.
Im Telegraph heißt es zu den Angriffen auf Russland unter anderem:
„Generalleutnant Neumann sagte, die Kola-Halbinsel im Nordwesten Russlands, Kaliningrad und das Schwarze Meer würden den Zorn der NATO zu spüren bekommen, sollte diese gezwungen sein, sich zu verteidigen. (…) Generalleutnant Neumann bezog sich dabei insbesondere auf Kaliningrad, eine strategisch wichtige russische Exklave, die von NATO-Mitgliedern umgeben ist, St. Petersburg, wo wichtige Marinestützpunkte stationiert sind, die Kola-Halbinsel, wo Moskau Atomwaffen stationiert, und das Schwarze Meer, die Heimat seiner wertvollen Schwarzmeerflotte.“
Das Interview war in martialischen Ton gehalten und es fiel wieder der Begriff „Fight tonight“, also der sofortige Krieg gegen Russland. So sagte Neumann dem Telegraph beispielsweise:
„Fight tonight bedeutet, wenn mich jetzt jemand anruft und sagt, wir haben folgende Situation, müssen wir jetzt bereit sein – und wir sind bereit.“
Reaktionen in Russland
Russland reagiert schockiert auf diese offenen Kriegsdrohungen eines der höchsten deutschen Soldaten. Das merke ich daran, dass ich heute von sehr viele Medien angefragt wurde, diese Aussagen zu kommentieren. Die Aussage beherrscht die russischen Medien und ich habe so viele Anfragen erhalten, dass ich manchen Sendern eine Absage geben musste.
In Russland ist der Zweite Weltkrieg im öffentlichen Gedächtnis immer noch sehr präsent und die Russen haben nicht vergessen, dass der deutsche Angriff auf Russland 27 Millionen Sowjetbürger das Leben gekostet hat. Dass ausgerechnet Deutschland sich zunächst unter Scholz/Baerbock und nun unter Merz/Wadephul in die erste Reihe der anti-russischen Länder Europas geschoben hat und dass ausgerechnet aus Deutschland nun eine extreme Kriegsrhetorik kommt, schockiert die Russen und macht sie auch wütend.