Wie der „Spiegel“, um Selensky zu schützen, Nazi-Kriegsverbrecher schönredet

Von Thomas Röper – 12. Juni 2026

In der Ukraine werden Nazi-Kriegsverbrecher, die im Zweiten Weltkrieg unter anderem ein Massaker an hunderttausend Polen veranstaltet haben, als Nationalhelden verehrt, was in Polen für heftige Reaktionen sorgt. Der Spiegel berichtet mit fast drei Wochen Verspätung und verschweigt die wichtigsten Fakten.

Manche Themen sind für deutsche Medien offensichtlich schwierig, denn anders lässt sich nicht erklären, warum der Spiegel fast drei Wochen brauchte, um seinen Lesern über die Krise im polnisch-ukrainischen Verhältnis zu berichten. Allerdings berichtet der Spiegel ausgesprochen unvollständig, denn den wichtigsten Grund für den Streit, nämlich dass die Ukraine die sterblichen Überreste von in Deutschland begrabenen ukrainischen Kriegsverbrechern, die unter anderen ein Massaker an hunderttausend Polen veranstaltet haben, nach Kiew überführt und dort am 25. Mai bei einem Staatsbegräbnis mit militärischen Ehren und in Anwesenheit von Machthaber Selensky beerdigt hat, verschweigt der Spiegel kurzerhand.

Auch der Bundesregierung ist das offensichtlich peinlich, denn auf das Thema angesprochen haben die Regierungssprecher geantwortet, davon sei ihnen nichts bekannt. Das ist schon deshalb merkwürdig, weil der Vorfall in Polen zu großem Ärger geführt hat, was das deutsche Außenministerium ja eigentlich wissen müsste. Aber die Regierungssprecher haben sich dumm gestellt.

Die Verärgerung in Polen ist so groß, dass man Selensky den höchsten polnischen Orden, der ihm einst verliehen wurde, aberkennen will und dass der stellvertretende Parlamentspräsident Selensky als in Polen unerwünschte Person bezeichnet hat, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das hat auch tatsächliche Folgen, denn zu seinem Besuch in London Anfang der Woche ist Selensky nicht, wie üblich, über Polen gereist, sondern über Moldawien, wo ihn sein Regierungsflieger, der in Polen steht, abholen musste.

Der Spiegel brauchte fast drei Wochen, um seinen Lesern zumindest irgendetwas über die Vorgänge zu berichten. Diese Aufgabe hat Christian Esch übernommen, der Stammlesern des Anti-Spiegel wohlbekannt ist. Früher war er Büroleiter des Spiegel in Moskau und er ist für seinen irregeleiteten moralischen Kompass bekannt, weil er einerseits radikale russische Rassisten verteidigt (wenn sie nur gegen Putin sind) und andererseits die Rassegesetze in der Ukraine als „Gesetz zum Schutz von Minderheiten“ bezeichnet hat – eine Idee, auf die nicht einmal die Nazis gekommen wären. Aber Herr Esch ist eben sehr kreativ, wie wir gerade erst anhand einer Spiegel-Titelstory erleben durften, in der er ein Heldenepos über ukrainische Korruptionäre geschrieben, aber „vergessen“ hat, deren Korruption zu erwähnen.

Auch bei dem aktuellen Thema der Nazi-Verehrung in der Ukraine und der polnischen Verärgerung darüber durfte Herr Esch wieder seine ganze Kreativität zeigen und Nazis verteidigen. Wie Esch das gemacht hat, schauen wir uns nun an. Eines schicke ich schon mal vorweg: Das Staatsbegräbnis für den Nazi-Kriegsverbrecher, der in Kiew mit militärischen Ehren und in Anwesenheit von Machthaber Selensky beigesetzt wurde, erwähnt Esch gar nicht, er berichtet stattdessen über weniger eindrucksvolle Details des Streits zwischen Polen und der Ukraine.

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