Dobrindts Zivilschutz-Plan: Bundesregierung bereitet Deutschland auf den Krieg vor

Von Johannes Stern – 19. Mai 2026

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und die Bundesregierung treiben die Umwandlung Deutschlands in einen Militärstaat voran. Unter dem zynischen Vorwand des „Bevölkerungsschutzes“ und der „zivilen Verteidigung“ plant das Innenministerium ein Zehn-Milliarden-Euro-Programm, das die gesamte Gesellschaft enger mit den militärischen Kriegsplanungen verzahnen soll. Tatsächlich geht es nicht um den Schutz der Bevölkerung, sondern um Kriegsvorbereitung: Deutschland soll als zentrale NATO-Drehscheibe für den Aufmarsch gegen Russland kriegstüchtig gemacht werden.

Nach Medienberichten soll das Bundeskabinett an diesem Mittwoch ein entsprechendes Eckpunktepapier beraten. Bis 2029 sollen zehn Milliarden Euro in die zivile Verteidigung fließen. Geplant sind unter anderem die Anschaffung von 1000 Spezialfahrzeugen, 110.000 Feldbetten, ein Bauprogramm für Gebäude und Anlagen des Technischen Hilfswerks (THW), der Aufbau einer medizinischen Bundestaskforce an 50 Standorten für einen „Massenanfall“ von Verletzten sowie ein bundesweites Kataster für öffentliche Zufluchtsräume wie Bunker, Tunnel und Tiefgaragen, das in die Warn-App NINA integriert werden soll.

Noch deutlicher wird der militärische Charakter des Vorhabens durch die geplante Einrichtung eines „Kommandos zivile Verteidigung“ im Bundesinnenministerium. Diese neue Stabsstelle soll im Krisen- und Verteidigungsfall die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr koordinieren. Dobrindt erklärte offen: „Wir rüsten auf beim Bevölkerungsschutz und der zivilen Verteidigung.“ Schon Anfang Mai hatte er angekündigt, der neue „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ werde eng mit den Planungen des Verteidigungsministeriums abgestimmt; das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) solle ausgebaut und sein Etat bis 2029 von über 600 auf etwa 800 Millionen Euro erhöht werden.

Damit ist ausgesprochen, worum es geht. Die zivile Verteidigung ist der innenpolitische und gesellschaftliche Arm der militärischen Aufrüstung. Sie soll die Infrastruktur, die Behörden, die Betriebe, die Krankenhäuser, die Verkehrswege, die Kommunen und die Bevölkerung selbst auf den Kriegsfall ausrichten. Dobrindts Programm ist ein Baustein der „Gesamtverteidigung“, die in den zentralen Strategiepapieren der Bundesregierung und der Bundeswehr entwickelt wird.

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