Von Stefan Steinberg – 14. Mai 2026
Einen Tag vor der Eröffnung der 61. Berlinale, der riesigen weltweiten Kunstausstellung in Venedig, zogen Tausende durch die engen Straßen der Stadt, um gegen Israels Völkermord in Gaza und jetzt im Libanon zu protestieren. Unter den Teilnehmern befanden sich zahlreiche Künstler und Angestellte des Festivals, die in den Streik traten und dafür sorgten, dass schätzungsweise 27 der 100 nationalen Pavillons der Biennale einen Tag lang geschlossen bleiben mussten. An etlichen dieser Pavillons waren Schilder mit der Aufschrift „Wir stehen an der Seite Palästinas“ zu lesen.
Die Teilnehmer an den Streiks und Protesten folgten einem Aufruf der Organisation Art Not Genocide Alliance (ANGA, „Bündnis Kunst statt Genozid“), der auch von einer Reihe weiterer Aktivistengruppen unterstützt wurde. Die ANGA erklärte, die Aktion sei die größte ihrer Art in der Geschichte der Biennale, die vom 9. Mai bis zum 22. November dauert.
In einer Pressemitteilung erklärte die Organisation:
Israel hat in Gaza mehr als 73.000 Menschen ermordet, weitere 10.000 werden vermisst. Es hat systematisch Krankenhäuser, Schulen, Flüchtlingslager, Kulturinstitutionen und zivile Infrastruktur zerstört. Gegen die israelische Führung liegen Haftbefehle des IStGH wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Obwohl die Führung der Biennale das weiß, lässt sie Israel teilnehmen.
Als Reaktion auf den massiven Widerstand blieb der israelische Pavillon geschlossen und wurde von bewaffneter Polizei bewacht, die an einem Punkt mit Demonstranten zusammenstieß. Die Hauptausstellung der Biennale, „In Minor Keys“ im Arsenale, blieb am Vormittag weiterhin geöffnet, doch einige der ausstellenden Künstler hatten palästinensische Flaggen oder pro-palästinensische Schilder an ihren Werken angebracht.